Gazastreifen: Rakete tötet Fußballfans

Interview mit Samy Ajjour, Leiter des SOS-Kinderdorfes Rafah

11.07.2014 - Nach erneutem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen setzt die israelische Luftwaffe ihre Angriffe fort. Im Nahost-Konflikt eskaliert die Gewalt - und wie so oft geraten Unbeteiligte in die Schusslinie. Samy Ajjour, Leiter des SOS-Kinderdorfes Rafah im Gazastreifen, berichtet im Interview über die aktuelle Lage.

Wie ist die Lage in Rafah derzeit?

Samy Ajjour: Die Wände der Häuser wackeln ständig wegen der andauernden Explosionen. Viele Wohnhäuser sind beschädigt oder zerstört. Kaum jemand traut sich mehr auf die Straße. Zugleich wird die Infrastruktur im gesamten Gazastreifen zerstört durch die Angriffe. Es fehlt schon jetzt an allem, Wasser, Strom, Nahrung.

Welche Opfer fordern die Luftangriffe auf den Gazastreifen?

Samy Ajjour: Ein Beispiel von vielen: Am Mittwochabend sahen sich Fußballfans in einem Café in Khan Yunis unweit von Rafah das WM-Fußballspiel Argentinien gegen Holland an. Nicht viele haben hier TV-Geräte oder Strom. Eine Rakete traf das Café, neun Kinder und Erwachsene starben. Viele wurden verletzt. Jeder fühlt sich hier gefährdet.

Wie geht es den SOS-Kindern?

Samy Ajjour: Nach dem Angriff auf Hamas-Camps in der direkten Umgebung vor einigen Tagen ist es jetzt rund um das SOS-Kinderdorf etwas ruhiger. Aber Rafah ist unter Beschuss. Die Detonationen sind weithin hörbar. Wir müssen die Fenster offen lassen, damit sie nicht bersten und die Splitter herumfliegen. Die Kinder sind traumatisiert. Wie auch die Kinder im gesamten Gazastreifen. Wir haben beide Seiten aufgefordert, das Kinderdorf als Kinderschutzzone anzuerkennen. Wir von SOS-Palästina fordern zudem im ganzen Gazastreifen Schutzzonen für Kinder.

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