Gefahren für Flüchtlingskinder in Deutschland und Europa

SOS-Kinderdörfer fordern Schutz für minderjährige Flüchtlinge

28.01.2016 - Flüchtlingskinder sind in Deutschland und Europa großen Gefahren ausgesetzt – eine europaweite Studie bestätigt diese Entwicklung nun. Die SOS-Kinderdörfer weltweit fordern daher mit Nachdruck besseren Schutz für Flüchtlingskinder.

Ein syrisches Flüchtlingsmädchen spielt mit ihrer Puppe. Foto: Katerina Ilievska

Flüchtlingskindern droht sexueller Missbrauch und Gewalt in Flüchtlingsunterkünften, Kinderhandel oder sexuelle Ausbeutung. "Diese Gefahren sind in Europa sehr real", erklärte der Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, Louay Yassin, in München und verwies auf eine neue Studie der "Taskforce für Kinder auf der Flucht", eine Initiative von 41 Ombudsleuten aus 33 europäischen Ländern. Die SOS-Kinderdörfer begrüßten den Report als dringend notwendige Aufklärung. "Es muss endlich gehandelt werden", sagte Yassin.

Reale Gefahren auch in Deutschland

"Viele glauben, Flüchtlingskinder etwa aus Syrien seien in Sicherheit, sobald sie deutschen Boden betreten hätten, aber der schreckliche Mord an dem kleinen Mohammed in Berlin verdeutlicht, wie gefährdet Flüchtlingskinder auch in Deutschland sind", betonte Yassin.

Mehr Kinder auf der Flucht

Die Zahl der Kinderflüchtlinge nimmt zu: Während im vergangenen Juni noch 16 Prozent aller Flüchtlinge Kinder gewesen sind, hat man im Dezember bereits 35 Prozent Kinder unter den Flüchtlingen registriert. Einige davon sind im Laufe der Flucht von ihren Eltern getrennt worden. "Diese Kinder sind besonders gefährdet. Aber auch die Kinder, die mit ihren Eltern in Massenunterkünften ohne jeglichen Schutz und Privatsphäre leben müssen, sind großen Gefahren ausgesetzt."

SOS-Petition fordert Schutz für Flüchtlingskinder

Die SOS-Kinderdörfer fordern für Flüchtlingskinder besonderen Schutz ein. "Die kindgerechte Unterbringung, Versorgung und Betreuung von begleiteten und unbegleiteten Flüchtlingskindern müssen in der nationalen und europäischen Flüchtlingspolitik absolute Priorität erhalten", sagte Yassin. "Seit Dezember läuft eine entsprechende Petition an die Bundesregierung, diesen Schutz zu gewährleisten." 65.000 Menschen haben sich der Forderung bereits angeschlossen.