Generalversammlung der SOS-Kinderdörfer

400 Delegierte beschließen weitreichende Hilfsstrategien, um mehr Kindern schneller zu helfen

24.06.2016 - Die Flüchtlingskrise bringt neue humanitäre Herausforderungen mit sich, die sofort angegangen werden müssen. Über 400 SOS-Delegierte aus 134 Ländern stimmten am Freitag in Innsbruck über die weitere Strategie der Hilfsorganisation ab.

"Wir haben keine Zeit für Bequemlichkeit", sagte die UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder, Marta Santos Pais, auf der Generalversammlung der SOS-Kinderdörfer in Innsbruck. Bei ihrer Rede lobte sie die Arbeit der weltweiten Kinderhilfsorganisation, die eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 inne hätte: "Mit der Vision, dass jedes Kind zu einer Familie gehört und mit Liebe, Respekt und Schutz aufwachsen muss, hilft SOS Kindern, die sonst zu oft zwischen politischen Entscheidungen auf der Strecke bleiben."

Hilfe für Flüchtlingskinder


Der Schutz von Kindern steht für die SOS-Kinderdörfer an erster Stelle. Die Flüchtlingskrise bringt dabei neue humanitäre Herausforderungern mit sich. Foto: Katerina Ilievska

Der Schutz von Kindern – vor allem von unbegleiteten Flüchtlingen – stehe laut SOS-Präsident Siddharta Kaul an erster Stelle. Deshalb stellt SOS im Rahmen der Flüchtlingshilfe sichere Räume für Kinder und Familien zur Verfügung, in denen sie sich erholen können, und bietet zudem Traumaberatungen und medizinische Versorgung an. Eine weitere, wichtige Hilfe ist die Bereitstellung von Kommunikationsmöglichkeiten entlang der sogenannten Balkanroute, damit sich Familienmitglieder wiederfinden und in Kontakt bleiben können.

Kinder und Jugendlichen eine Stimme geben

Neben dem verstärkten Schutz und einer umfassenderen Betreuung für Kinder, beschlossen die über 400 Delegierten aus 134 Ländern zudem eine bessere Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse. Ziel sei es, den jungen Menschen eine Stimme, mehr Bedeutung und Vertrauen zu geben, um mit ihnen gemeinsam Änderungen und Verbesserungen zu erzielen: "Wir müssen sicherstellen, dass sie an der Gestaltung ihrer Zukunft maßgeblich mitwirken können und Chancen auf Bildung und Arbeit haben," so Kaul.

Wiederwahl des Präsidenten Kaul und der Vizepräsidentin Trauernicht

Die Generalversammlung der SOS-Kinderdörfer findet alle vier Jahre statt und beinhaltet auch die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten der Hilfsorganisation. Bei der diesjährigen Abstimmung wurden sowohl der amtierende Präsident Siddhartha Kaul als auch die Vizepräsidentin Gitta Trauernicht in ihren Ämtern bestätigt. Die gebürtige Emdenerin Trauernicht war vor ihrer Tätigkeit als SOS-Vizepräsidentin als Sozialministerin in den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein tätig. Kaul und Trauernicht repräsentieren damit erneut die größte private Kinderhilfsorganisation SOS-Kinderdörfer, die mit über 33.000 Mitarbeitern weltweit jährlich mehr als 1,5 Millionen Kinder und Erwachsene unterstützt.