SOS-Kinderdorf in Georgien evakuiert

11.08.2008 - Aufgrund der militärischen Auseinandersetzung zwischen georgischen und russischen Truppen in Südossetien musste jetzt das SOS-Kinderdorf Kutaisi evakuiert werden. SOS-Kinder, Mütter und Mitarbeiter sind in Sicherheit.

SOS-Kinderdorf Kutaisi
SOS-Kinderdorf Kutaisi (Georgien)
Nun ist eingetreten, was immer als Möglichkeit im Raum stand, aber mit allen Konsequenzen kaum für wahrscheinlich gehalten wurde: Es herrscht Krieg in Georgien. Nachdem Georgien am Freitag, den 08. August, eine Großoffensive mit Panzern, Kampfjets und Raketen gegen Südossetien gestartet hatte, verstärkte Russland seine Truppen in der Region. Gefechte in den vergangenen Wochen waren der Militäroffensive vorausgegangen. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili verkündete dann am Freitag die Generalmobilmachung der Streitkräfte gegen die seit 16 Jahren abtrünnige Provinz Südossetien.

Das SOS-Kinderdorf in Kutaisi musste evakuiert werden. Die Kinder und SOS-Mütter wurden bei Freunden und Verwandten untergebracht und sind in Sicherheit. Da nahe des Dorfes in Kutaisi einige militärische Stützpunkte sind, konnte das Dorf nicht mehr als sicher angesehen werden.

Landkarte von Georigien
In Tbilisi, wo sich das andere georgische Kinderdorf befindet, wird vorwiegend in der Nähe des Flughafens bombardiert, der auf der anderen Seite der Millionenstadt liegt. Das Dorf, die Jugendeinrichtung und das Nationale Büro gelten als sicher, solange nur militärische Ziele angegriffen werden. Innerhalb der Stadt sind die Geschäfte nach wie vor geöffnet, die Versorgung mit Wasser und Elektrizität ist gewährleistet.

Das erste georgische SOS-Kinderdorf entstand in Tiflis (=Tbilisi) und nahm im Oktober 1996 die ersten SOS-Kinder auf. Heute gibt es in Georgien zwei SOS-Kinderdörfer, wo elternlose und verlassene Kinder ein Zuhause finden. Außerdem bestehen eine SOS-Jugendeinrichtung, ein SOS-Kindergarten und zwei SOS-Sozialzentren. Das Familienschutzprogramm der SOS-Kinderdörfer in Georgien unterstützt bedürftige Familien durch Sachspenden (Lebensmittel, Haushaltsartikel, Schulsachen). Eltern erhalten zudem Hilfestellung durch Seminare (z.B. Konfliktbewältigung in der Familie).

Über die weitere Entwicklung der Situation von SOS in Georgien halten wir Sie auf dem Laufenden.