Griechenland: Hilfe für Flüchtlingskinder

SOS-Kinderdörfer betreuen Mädchen und Jungen in Camps

19.02.2016 - In Griechenland kommen weiterhin Zehntausende Flüchtlinge an. Die SOS-Kinderdörfer leisten auf der Insel Lesbos und in Athen Nothilfe. In Camps betreuen SOS-Mitarbeiter Flüchtlingskinder.

Schutz und Betreuung: Malende Flüchtlingskinder in der SOS-Nothilfe-Kita im Camp in Eleonas/Athen

Trotz des Winterwetters und rauer See wagen täglich Hunderte Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt von der Türkei über die Ägäis. Immer wieder fordern Bootsunglücke Todesopfer. Andere erreichen mit letzter Not die griechischen Ägäisinseln. Allein auf Lesbos, dem zentralen Flüchtlingsbrennpunkt im östlichen Mittelmeer, sind im Januar über 30.000 Menschen angekommen.

Die meisten Flüchtlinge landen auf Lesbos bei Apanemo, gegenüber der türkischen Küste. Durchnässt und unterkühlt werden sie am Strand von Helfern erstversorgt. Danach geht es weiter zum "Hotspot"-Camp in Moria, wo sich die Flüchtlinge registrieren lassen müssen. Dort übernachten sie in Zelten, während sie auf die Weiterfahrt mit der Fähre zum Festland warten. Dies kann einige Tage dauern. In Athen kommen unterdessen nicht nur neue Flüchtlinge an, sondern auch Rückkehrer, denen an der Grenze zu Mazedonien die Weiterreise verweigert wurde.

SOS-Nothilfe-Kitas auf Lesbos und in Athen

Die SOS-Kindedörfer in Griechenland betreiben an den verschiedenen Brennpunkten drei Nothilfe-Kitas für Flüchtlingskinder:

  • bei Apanemo auf Lesbos,
  • im "Hotspot"-Camp in Moria, ebenfalls Lesbos, und
  • im Flüchtlingscamp in Eleonas in Athen.

SOS-Mitarbeiter kümmern sich dort insgesamt um 440 Mädchen und Jungen. Die Kinder werden in geschützten Bereichen versorgt und betreut. Sie können malen und basteln oder an Spieleaktivitäten für verschiedene Altersgruppen teilnehmen. Der geregelte Tagesablauf in den Nothilfe-Kitas hilft den Kindern, wieder Halt zu finden.

Unterricht und psychologische Hilfe

Im Flüchtlingscamp Eleonas in Athen, wo vor allem Kinder und Familien untergebracht sind, helfen die SOS-Kinderdörfer durch weitere Betreuungs- und Unterstützungsangebote:


  • Diese Bilder haben Kinder in der SOS-Nothilfe-Kita im "Hotspot"-Camp Moria auf Lesbos gemalt.
    Schul- und Sprachunterricht: Ein Lehrer unterrichtet Kinder auf Arabisch. Viele der Mädchen und Jungen sind seit zwei, drei Jahren oder sogar noch länger nicht zur Schule gegangen. Ein weiterer Lehrer bietet Englisch-Kurse für Kinder sowie Eltern an.
  • Psychologische Betreuung: Viele der Kinder und Jugendlichen sind durch Flucht und Krieg traumatisiert. Einige haben Angehörige verloren oder wissen nicht, wie es ihren Familien in ihrer Heimat geht. Eine Psychologin, unterstützt von einem Dolmetscher, bietet regelmäßige Therapiesitzungen für Kinder und Jugendliche an.
  • Sport: Ein Sportlehrer organisiert an drei Tagen pro Woche Fußball- und Basketballspiele für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das beliebte Angebot bringt in dem Camp Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern und Kulturen über Sprachbarrieren hinweg zusammen.