Finanzkrise in Griechenland

SOS fordert EU und IWF auf, eine tragfähige Lösung für Kinder und Familien zu finden

21.09.2015 - Auch nach der Wiederwahl von Alexis Tsipras und dessen Linksbündnisses Syriza werden weiterhin viele Familien und besonders Alleinerziehende in die Armut rutschen. Davon ist der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland George Protopapas überzeugt.

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„Nach der Wahl wird sich nichts an der schwierigen Situation für die vielen verarmten Familien ändern. Durch die Sparmaßnahmen und Steuerhöhungen, die durch das 3. Hilfspaket anstehen, werden noch weitere hundert Familien in die Armut rutschen“, erklärte Protopapas am Montag. In Griechenland ist durch die Auswirkungen der Krise mittlerweile jedes dritte Kind von der Armut betroffen. Hohe Arbeitslosenquoten, aufgebrauchte Ersparnisse und fast keine soziale Absicherung führen dazu, dass tausende Familien nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen.

 


Viele Familien in Griechenland sind durch die Auswirkungen der Krise in die Armut gerutscht. Oft reicht das Geld noch nicht einmal für das Nötigste. Eine Reportage der ARD über die SOS-Arbeit in Griechenland. Foto: ARD/SWR

Die SOS-Kinderdörfer weltweit appellieren deshalb an die EU, den IWF und die Geberländer, schnellstmöglich eine tragfähige Lösung zu finden, damit nicht noch mehr Familien in die Armut rutschen und noch mehr Kinder leiden müssen. Die SOS-Kinderdörfer haben auf diese dramatischen Entwicklungen reagiert und geben mehr als 1.500 Familien materielle (Lebensmittel, Kleidung, Babynahrung), medizinische Hilfen und psychologische Hilfe. In den kommenden Wochen weitet SOS die Hilfe noch aus und wird zwei weitere Sozialzentren aufbauen und damit die Zahl auf neun erhöhen.