Haiti: Hungersnot nach Hurrikan befürchtet

80 Prozent der Ernte zerstört. SOS verteilt Hilfsgüter.

11.10.2016 - Hunderte Tote und Verletzte, zerstörte Häuser und Ortschaften, verlorene Ernten: Hurrikan "Matthew" ist die schlimmste Katastrophe für Haiti seit dem schweren Erdbeben 2010. Jetzt droht den Menschen eine Hungersnot. Auch Krankheiten, wie Cholera breiten sich aus. Die SOS-Kinderdörfer verstärken die Hilfe vor Ort.

SOS-Mitarbeiter verteilen Lebensmittel, Medikamente und Hygienepakete. Foto: SOS-Haiti

Nach Schätzungen der Regierung sind mindestens 750.000 Menschen auf Hilfe angewiesen. Viele ländliche Gebiete sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders sauberes Wasser ist in Haiti jetzt Mangelware. Außerdem wurden 80 Prozent der Ernte vernichtet. Viele befürchten jetzt eine Hungersnot.

Hungersnot befürchtet

Haiti gilt als eines der ärmsten Länder. Viele Familien leiden wirtschaftlich noch immer unter den Folgen des schweren Erdbebens von 2010. Unzählige leben nach wie vor in Zelten oder notdürftig errichteten Hütten.

SOS-Hilfe vor Ort

Die SOS-Kinderdörfer verteilen Lebensmittel und vor allem frisches Trinkwasser an Kinder und Familien. Auch dringend benötigte Medikamente und Hygieneartikel werden verteilt. Im SOS-Kinderdorf Santo sollen bald Familien untergebracht werden, die durch den Hurrikan obdachlos geworden sind. Um den Kindern wieder Halt zu geben, wird SOS im Katastrophengebiet Nothilfe-Kindertagesstätten errichten. Während die Kinder im geschützten Bereich der Kitas spielen können und mit Mahlzeiten versorgt werden, haben Eltern Zeit sich mit der Katastrophenlage zu befassen.

Alle SOS-Kinder unverletzt


SOS verteilt vor allem frisches Trinkwasser an Kinder und Familien. Auch dringend benötigte Medikamente und Hygieneartikel werden verteilt. Foto: SOS-Haiti
Wie Celigny Darius, Nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer in Haiti, berichtete, sind alle SOS-Kinder, -Mütter und -Mitarbeiter wohlauf. Allerdings wurden einige Häuser im SOS-Kinderdorf und die SOS-Schule in Les Cayes  überschwemmt. Auch das Dach der SOS-Schule wurde zerstört. Der Schaden soll schnellstmöglich behoben werden, damit die Kinder wieder in die Schule gehen können und somit ein wenig Normalität erhalten.

Hintergrund: SOS-Kinderdörfer in Haiti

Derzeit haben in Haiti 500 Kinder und über 200 Jugendliche in drei Kinderdörfern und angeschlossenen Einrichtungen in Port-au-Prince (Santo), Les Cayes und Cap-Haitien ein Zuhause. Rund 2.000 Kinder lernen in den zwei Hermann-Gmeiner-Schulen Haitis. Darüber hinaus unterstützen SOS-Mitarbeiter in sechs Sozialzentren und Programmen der SOS-Familienhilfe rund 3.400 Familien.

Nach dem verheerenden Erdbeben in 2010 kümmerten sich die SOS-Kinderdörfer um allein aufgefundene Kinder und leisteten umfangreiche Nothilfe. Dabei wurden unter anderem bis zu 22.000 Kinder täglich mit warmen Mahlzeiten versorgt. Diese Soforthilfe ist inzwischen in langfristige Projekte und Aufbauhilfe übergegangen.