Haiti: SOS-Nothilfe erreicht immer mehr Kinder

SOS-Mitarbeiter verteilen Hilfsgüter in der Nachbarschaft der SOS-Zentren

28.01.2010 - Die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in Haiti erreicht immer mehr Kinder. Unsere SOS-Gemeindezentren haben ihre Arbeit wieder aufgenommen, um Kinder tagsüber zu betreuen und Familien mit Hilfsgütern zu versorgen. Im SOS-Kinderdorf Santo wurden bisher 44 unbegleitete Kinder aufgenommen, täglich kommen weitere Mädchen und Jungen dazu.

Essende Kinder, die durch die SOS-Nothilfe versorgt werden
Endlich wieder satt essen: SOS-Mitarbeiter versorgen Kinder mit warmen Mahlzeiten.
In Zusammenarbeit mit örtlichen Gemeindevorstehern gaben SOS-Mitarbeiter in dieser Woche an mehreren Standorten Essen an Kinder aus. Ausgangspunkt der Hilfsaktionen sind die Gemeindezentren der SOS-Familienhilfe. Die 16 bestehenden Zentren, die SOS bereits vor der Katastrophe unter aktiver Mitarbeit der unterstützen Familien geführt hat, haben ihre Arbeit wieder aufgenommen. Im Zuge der Nothilfe wurden außerdem 17 neue SOS-Zentren eröffnet.

Nahrungsmittel, Kinderbetreuung, Wiederaufbauhilfe

Georg Willeit vom internationalen SOS-Team in Haiti: "Das ist der Start einer Reihe weiterer Familienhilfsprogramme. Der Bedarf ist enorm. Die Gemeindevorsteher haben die Ankunft unserer Mitarbeiter großartig vorbereitet. Die Menschen haben schon auf uns gewartet. Es gab überhaupt keine Sicherheitsprobleme bei der Essensausgabe. Die Kinder waren so glücklich, dass sie nach dem Essen sogar getanzt und gesungen haben."

Spielende Kinder, werden von SOS-Mitarbeitern betreut
Spiel, Tanz und Gesang: SOS-Mitarbeiter betreuen Kinder und helfen ihnen dabei, ihre Traurigkeit zu überwinden.
In den kommenden Tagen und Wochen wird die SOS-Nothilfe über die Gemeindezentren rund 7.000 Kinder, Eltern und Familienangehörige erreichen. Kinderbetreuung, Versorgung mit Nahrungsmitteln, mit Hygieneartikeln und Küchengeräten sowie medizinische Betreuung stehen dabei zunächst im Vordergrund. Später wird SOS die Familien durch Wiederaufbauhilfe unterstützen.

Parallel zu diesen Hilfsaktionen wurden gestern auch die SOS-Familien im Kinderdorf Santo sowie Mitarbeiter und deren Familien mit Lebensmittelpaketen versorgt. Einige unserer haitianischen Mitarbeiter haben durch das Beben Familienangehörige verloren oder ihre Häuser wurden zerstört.

Mobile Krankenstation in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz

Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen, um im weiteren Umkreis weitere 32.000 Kinder und Erwachsene mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern zu versorgen. Derzeit wird geklärt, in welchen Stadtvierteln die SOS-Kinderdörfer aktiv werden können, wo wir die Hilfsgüter lagern und wie die Transporte aus der Dominikanischen Republik abgewickelt werden.

Aufbau der Krankenstation
Auf dem SOS-Gelände in Santo ist eine mobile Krankenstation eingerichtet worden - Fotos: Georg Willeit
In Kooperation mit dem Roten Kreuz aus der Dominikanischen Republik ist auf dem Kinderdorf-Gelände in Santo eine mobile Krankenstation eingerichtet worden. Zwei Ärzte bieten dort eine medizinische Basisversorgung und haben bereits die ersten Kinder versorgt. Ein Zelt dient als Behandlungsraum, ein weiteres Zelt bietet Platz für 50 Patienten.

Täglich werden unbegleitete Kinder im SOS-Kinderdorf aufgenommen

Unterdessen werden täglich unbegleitete Kinder im SOS-Kinderdorf Santo aufgenommen. Derzeit finden dort 44 Kinder, die von ihren Familien getrennt wurden, Schutz und Betreuung. Der Großteil der Kinder leidet an massiven posttraumatischen Störungen und muss psychologisch betreut werden.

Gemeinsam mit dem Direktor der haitianischen Wohlfahrtsbehörde wurde nach einer Ortbesichtigung beschlossen, vorerst 200 bis 300 unbegleitete Kinder in provisorischen Unterkünften auf dem SOS-Gelände in Santo aufzunehmen. UNICEF wird die SOS-Kinderdörfer in Haiti mit Zelten, Nahrungsmitteln und der Einrichtung einer Großküche unterstützen.

Der Wohlfahrtsbehörde wurden in der SOS-Schule in Santo zwei Klassenräume zur Verfügung gestellt, da das Amtsgebäude beim Erdbeben völlig zerstört wurde. Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit zwischen SOS und der Behörde bei der Nothilfe. Noch gibt es keinen offiziellen Bescheid des haitianischen Schulministeriums, wann die Schulen wieder den Unterricht aufnehmen werden. Zahllose Schulen sind durch das Beben zerstört worden.

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