Haiti: SOS-Kinderdörfer bieten 300 unbegleiteten Kindern Schutz

Insgesamt erreicht die SOS-Nothilfe 40.000 Kinder und Erwachsene

25.01.2010 -

SOS-Mitarbeiter mit obdachlosen Familien
Nothilfe in Haiti: SOS-Mitarbeiter suchen nach unbegleiteten Kindern und unterstützen obdachlose Familien mit Hilfsgütern.
25.01.10 - Sie irren völlig verstört durch die Straßen und Zeltstädte, weinen und hungern: Das Erdbeben in Haiti hat unzähligen Kinder die Eltern genommen und sie von ihren Familien getrennt. SOS-Mitarbeiter suchen im Katastrophengebiet nach unbegleiteten Kindern und haben die ersten ins SOS-Kinderdorf Santo bei Port-au-Prince gebracht. Bis zu 300 verlassene und elternlose Mädchen und Jungen werden dort und in anderen SOS-Einrichtungen Schutz und psychologische Betreuung erhalten. Darüber hinaus steht die SOS-Nothilfe Familien in den Nachbarschaften der haitianischen SOS-Kinderdörfer bei. SOS wird so insgesamt 40.000 Kinder und Erwachsene mit Lebensmitteln, Medikamenten und Zelten versorgen.

Hilfe für unbegleitete Kinder: Schutz, Betreuung und Familienzusammenführung

Nach ersten Soforthilfemaßnahmen hat unser Nothilfe-Team weitere Verstärkung erhalten: Unsere einheimischen Mitarbeiter in Haiti werden durch SOS-Helfer aus der benachbarten Dominikanischen Republik sowie aus Costa Rica, Peru und Guatemala unterstützt. Das Nothilfe-Team hat detaillierte Pläne für weitere Hilfsmaßnahmen erarbeitet, die von den zwei bestehenden SOS-Kinderdörfern in Santo bei Port-au-Prince und Cap Haitien im Norden Haitis ausgehen.

Unbegleitete Kinder im SOS-Kinderdorf
In Sicherheit: Die ersten unbegleiteten Kinder wurden im SOS-Kinderdorf Santo aufgenommen.
So wird die unbeschädigte SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Santo als Notunterkunft und Tagesstätte umfunktioniert, um dort unbegleitete Kinder in einer sicheren Umgebung aufzunehmen und zu betreuen. Unsere Mitarbeiter richten dort eine Küche, einen Speisesaal und zusätzliche Toiletten ein. Die Kinder werden dort lernen und spielen und wieder ein Stück „Normalität“ erleben. In der Betreuung von allein gelassenen und traumatisierten Kindern haben unsere Mitarbeiter langjährige Erfahrung.

Parallel dazu treibt SOS die Suche nach Angehörigen und damit die Familienzusammenführung voran. Wenn Kinder keine Familienangehörigen mehr haben, die sich um sie kümmern können, können diese Kinder langfristig im SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause finden.

SOS-Gemeindezentren verteilen Hilfsgüter an Familien

Um in den Nachbarschaften der SOS-Einrichtungen Nothilfe zu leisten, bauen die SOS-Kinderdörfer ihre Sozialprogramme für Familien aus. Die 16 SOS-Gemeindezentren der SOS-Familienhilfe nehmen nach der Katastrophe wieder ihre Arbeit auf. Insgesamt sollen so 7.000 Kinder und Erwachsene mit Nahrung, Medikamenten und Notunterkünften versorgt werden sowie die Kinder eine entsprechende Tagesbetreuung erhalten. Darüber hinaus soll die Verteilung von Nahrungsmitteln auch auf andere Gebiete und Viertel ausgeweitet werden und damit weitere 32.000 Kinder und Erwachsene erreichen.

Die Versorgung und Betreuung der Kinder, Jugendlichen und Familien in den beiden haitianischen SOS-Kinderdörfern ist sichergestellt. Außerdem stehen wir Familien und Angehörigen unserer Mitarbeiter bei, von denen viele durch das Erdbeben obdachlos geworden sind. Mit ihren Familien finden sie ebenfalls Zuflucht in den SOS-Einrichtungen.

SOS-Kinderdörfer: Adoptionen sind keine sinnvolle Soforthilfe

Während bereits die ersten internationalen Adoptionen erfolgen und adoptierte Kinder Haiti verlassen, betonen die SOS-Kinderdörfer, dass Adoption (und dauerhafte Fremdunterbringung) im Fall von Katastrophen niemals eine sinnvolle Sofort- und Nothilfemaßnahme ist. An erster Stelle muss immer alles getan werden, um die Familienzusammenführung zu unterstützen und Angehörige der Kinder zu finden - dies erfordert Ressourcen und Zeit sowie die Kooperation vieler Beteiligter und Partner. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Familienzusammenführung und  Adoption.
 

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