Hungersnot bedroht Westafrika

20.01.2012 - Nach Missernten droht in Westafrika eine Hungerkrise. In der westlichen Sahelzone gehen den Menschen die Nahrungsmittelvorräte aus, immer mehr leiden Hunger. Die SOS-Kinderdörfer handeln frühzeitig: Um hungernden Kindern und ihren Angehörigen beizustehen, verstärken die SOS-Kinderdörfer in Mali, Senegal und Burkina Faso ihre Familienhilfe.

SOS-Familienhilfe in Mali
Kinder in Mali, denen die SOS-Familienhilfe beisteht - Foto: E. Lavenac
Dürren und unregelmäßige Niederschläge führten in weiten Teilen der westlichen Sahelzone zu Missernten. Die Lebensmittelpreise sind deshalb um bis zu 40 Prozent gestiegen. Zu der Preisexplosion hat außerdem der blutige Machtkampf in der Elfenbeinküste im vergangenen Jahr
mitbeigetragen, da er den Handel mit Nahrungsmitteln in der Region behindert hat.

Wenn in den nächsten Wochen nichts geschieht, sind unzählige Kinder vom Hungertod bedroht. Hintergrund: In der Region ist Mangel- und Unterernährung bei Kindern weit verbreitet - auch in Jahren, in denen die Ernten normal ausfallen. Burkina Faso und Mali zählen zu den Ländern mit extrem hoher Kindersterblichkeit. Die Hälfte der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren geht dort auf Unterernährung zurück.

Nachhaltige Hilfe für 4700 Kinder

In den betroffenen Regionen in Burkina Faso, Mali und Senegal, erreicht die Familienhilfe der SOS-Kinderdörfer derzeit insgesamt 4000 Kinder. Angesichts der drohenden Hungerkrise wird die SOS-Familienhilfe jetzt deutlich verstärkt, so dass Familien mit weiteren 700 Kindern Unterstützung erhalten. Die SOS-Familienhilfe wird die Menschen nicht nur kurzfristig mit Lebensmitteln versorgen: Ziel ist es, Familien in Not schrittweise zur Selbsthilfe zu befähigen.

Außerdem werden die Kinder an den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen mit Mahlzeiten versorgt. Viele der Mädchen und Jungen müssen täglich einen Schulweg von einer Stunde zu Fuß zurücklegen - dies schaffen sie nur, wenn sie eine gute Ernährung erhalten und nicht vom Hunger entkräftet sind.