Ostafrika: SOS hilft mit medizinischer Hilfe und Lebensmitteln

Mohamed Ibrahim, nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer Somalia berichtet über die SOS-Nothilfe aus den Flüchtlingslagern

28.07.2011 - Über dreißig Prozent der Menschen hier sind unterernährt", erklärt Ahmed Mohamed, nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer Somalia, "Das haben die Vereinten Nationen festgestellt. In manchen Orten werden es bald 50 Prozent sein."
 

Ahmed Mohamed, nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer in Somalia
Ahmed Mohamed Ibrahim, nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer in Somalia
Sechs von 10.000 Personen sterben täglich, die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren - das haben die Vereinten Nationen bekannt gegeben. Darüber hinaus haben die Menschen keinen Zugang zu Nahrung, Unterkunft und Wasser. In Somalia bedeutete dies, dass die Menschen in die Nachbarländer Kenia und Äthiopien ziehen. Es wird geschätzt, dass in den letzten drei Monaten allein 9.000 Familien nach Mogadischu gezogen sind.

Medizinische Stationen in Flüchtlingslagern

Während der derzeitigen Krise analysieren die SOS-Kinderdörfer rasch die von der Dürre betroffene Bevölkerung an den drei Standorten Mogadischu, Baidoa und in der Unteren Shabeellaha-Region. Die Menschen brauchen Unterkünfte, sauberes Wasser, Nahrung und Zugang zu Gesundheitsversorgung. Ibrahim: "Wir werden eine Medizinstation aufbauen, da wir eine sehr große medizinische Einrichtung in Mogadischu betreiben und das Know-how in Flüchtlingslagern einsetzen können." Die SOS-Kinderdörfer betreiben eine medizinische Station im Lager in Mogadischu seit dem 24. Juli und konnten dort bereits etwa 600 Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, helfen.

Endlich Essen: Einen Familie aus dem Camp in Mogadischu
Flüchtlingsfamilie vor der medizinischen Station in Baido, Somalia
Wir bringen die Hilfe zu den Menschen

Dass die Hilfe überhaupt bei den Menschen ankommt, ist wegen der unsicheren politischen Lage nicht einfach. Aber damit sind die SOS-Kinderdörfer in Somalia seit jeher konfrontiert.

"Viel schwieriger ist es, Prioritäten zu setzen", sagt Ibrahim.  "Innerhalb von zwei Monaten sahen unsere Mitarbeiter, dass Tausende von Familien nach Mogadischu kamen. Sie haben nichts, nur ihre Kinder und ein paar Habseligkeiten. Wenn Sie jetzt in ein Flüchtlingslager gehen und Sie den Bedarf dort sehen, dann ist es sehr schwierig zu entscheiden, wer Hilfe bekommt - und wer warten muss." Aufgrund der großen Anzahl von Hilfsorganisationen, ist auch die Koordination eine Herausforderung.

Nachdem die SOS-Kinderdörfer bereits seit 26 Jahren in Somalia sind, spielen sie eine große Rolle bei der Koordinierung der Aktivitäten mit den UN-Organisationen oder der Europäischen Kommission für humanitäre Hilfe und anderen internationale Organisationen. 

Familie im Flüchtlingscamp Somalia
Endlich Essen: Familie im Flüchtlingscamp Baidoa
Über tausend Kinder mit Lebensmitteln versorgen

Kinder unter fünf sind am stärksten von Unterernährung betroffen. Deshalb werden die SOS-Kinderdörfer zwei ambulante therapeutische Programme, eines in Mogadischu und eines in Baidoa, eröffnen. Dort können wir rund 1.000 stark unterernährte Kinder an den einzelnen Standorten erreichen können. Wir planen, ein Stabilisierungszentrum auszubauen, in dem schwer kranke, mangelernährte Kinder versorgt und behandelt werden.

Mohamed: "Wir werden auch Nahrungsmittel an Familien verteilen, die von der Dürre betroffenen sind". Eine Möglichkeit ist, Essensgutscheine auszugeben, durch die Familien einmal im Monat ein Paket mit  verschiedenen Lebensmitteln bekommen.

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