SOS fordert internationale Hilfe für Aleppo

SOS-Kinderdörfer leisten in der belagerten Stadt weiter Nothilfe

11.08.2016 - Die Kämpfe in Aleppo gehen trotz angekündigter Waffenruhe weiter. Die SOS-Kinderdörfer fordern eine Feuerpause und humanitäre Korridore unter Aufsicht der Vereinten Nationen, um die Versorgung der Menschen in der belagerten Stadt zu sichern.

Brauchen dringend Hilfe: Kinder im syrischen Aleppo - Foto: Abeer Pamuk

Nur wenn eine neutrale Partei wie die UN dort tätig werde, hätten die Zivilisten eine Chance auf Sicherheit und damit auf ein halbwegs stabiles Leben, erklärte Katharina Ebel, Vertreterin für die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer in Syrien, im Interview mit Inforadio rbb am Mittwoch. Darüber hinaus forderte sie, dass Waffenlieferungen an jede Partei eingestellt werden müssten.

Zwei Millionen Menschen ohne Trinkwasser

Durch Bombardements sind nach UN-Angaben zwei Millionen Menschen in der Region von Aleppo von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Das russische Militär hat eine tägliche dreistündige Feuerpause rund um Aleppo angekündigt, doch die belagerten Viertel wurden am heutigen Donnerstag nach aktuellen Berichten weiter beschossen.


Suppenküche des SOS-Teams in Aleppo

In der belagerten Stadt fehlt es an Lebensmitteln, Babynahrung und Hygieneartikeln. Die SOS-Kinderdörfer leisten in Aleppo weiter Nothilfe. Zwar mussten wegen der Kämpfe die SOS-Nothilfe-Kita geschlossen und das SOS-Übergangsheim im April evakuiert werden: Die 24 Mädchen und Jungen des Übergangsheims wurden nach Damaskus gebracht. Dennoch sind weiter SOS-Mitarbeiter in Aleppo und versuchen vor Ort zu helfen, obwohl sie dabei ihr Leben riskieren. Das SOS-Team verteilt Wasser und Decken an Familien, die aus ihren Häusern fliehen mussten.

SOS verstärkt humanitäre Hilfe für Aleppo

Die SOS-Kinderdörfer sind dabei, ihre humanitäre Hilfe in Aleppo in den kommenden Wochen zu verstärken. Das SOS-Nothilfeteam organisiert Hilfslieferungen in erster Linie von der Hauptstadt Damaskus aus. "Wir versuchen aber auch die lokale Wirtschaft in Aleppo zu unterstützen. Die gibt es tatsächlich noch", so Ebel. Dafür werden Waren vor Ort gekauft und die Hilfslieferungen lokal organisiert.