Israel: Nachmittagsbetreuung für arabische Familien ausgeweitet

Nachmittagsbetreuung für die arabische Beduinen-Gemeinschaft

13.07.2011 - Mit diesem Programm erreichen die SOS-Kinderdörfer Israel mehr Kinder durch Familieninitiativen. Die Zusammenarbeit zwischen der israelischen Regierung und den SOS-Kinderdörfern Israel soll die lokale arabische Bevölkerung zu unterstützen.

Beduinen-Kinder in der Nachmitttagsbetreuung
SOS-Nachmittagsbetreuung im Beduinenort Tabash
"Als wir uns dazu verpflichteten, als Teil der weltweiten Strategie noch mehr Kinder in Israel zu erreichen, war dies Teil unserer Vision", sagt Ahituv Gershinsky, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Israel.

Nachmittagsbetreuung für Beduinen-Kinder

Anfang 2011 starteten die SOS-Kinderdörfer Israel die erste Nachmittagsbetreuung in einem Beduinen-Dorf in der Nähe von Nazareth. "Das Projekt begann mit 15 Kindern, und es wurde ein solcher Erfolg, dass das Dorf nebenan ebenfalls anfragte", erklärt Gershinsky.

"Also eröffnete das zweite Projekt. Jetzt sind wir in der Situation, wo ein drittes Dorf, das auf dem anderen Hügel liegt, an unsere Tür klopte und sagte: 'Warten Sie mal, vergessen Sie uns nicht.' Sie drängten uns, ein drittes Zentrum zu eröffnen. Das ganze Projekt wurde zum Gesprächsthema dieses Beduinen-Gebietes."

Ursprünglich kam die Idee von Israels Sozialministerium, das in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, funktionierende und sinnvolle Programme für die Beduinen-Gemeinschaft umzusetzen. Anstatt direkt mit lokalen Behörden zu arbeiten, entschied sich die israelische Regierung dieses Mal, dass es eine unabhängige Hilfsorganisation braucht, die die Gelder verwaltet und das Projekt betreibt. Die SOS-Kinderdörfer in Israel, die bereits ähnliche Programme für jüdische Kinder durchführen, gewannen die Ausschreibung der Regierung.

Jungen im SOS-Zentrum Tabash
Jungen im SOS-Zentrum Tabash
Unterstützung für 15 bis 20 Kinder in jedem Dorf

Das Projekt - finanziert mit Regierungsgeldern und Mitteln der SOS-Kinderdörfer - unterstützt heute 15 bis 20 Kinder in jedem Beduinendorf. Darüber hinaus hilft SOS-Kinderdorf Israel 210 Kindern in Dörfern und weiteren 60 in anderen Gemeinde-Projekten.

Über den unmittelbaren Nutzen für Kinder hinaus haben die neuen Programme einen Dominoeffekt in der Beduinen-Gemeinschaft. Sozialarbeiter der Gemeinde, selbst Beduinen, haben ein Programm gestartet, bei dem Mütter direkt beteiligt sind. Mütter wechseln sich beispielsweise darin ab, das Mittagessen für alle Kinder in der Einrichtung zu kochen.

Eine ganz neue Dynamik zwischen Kind und Mutter

"Die Ausgangslage war, dass Kinder an uns verwiesen wurden, weil ihre Familien sie nicht ausreichend betreut haben. Jetzt sind wir in der Situation, dass die Mütter anfangen, Selbstvertrauen zu bekommen. Und ihre Kinder erleben, dass sie sich nicht nicht nur um sie, sondern auch um weitere 14 Kinder kümmern", so Gershinsky. "Dies schafft eine völlig neue Dynamik zwischen den Kindern und ihren Müttern."

Die SOS-Kinderdörfer in Israel beabsichtigen, das Programm stärker zu bewerben. Gershinsky: "Das Konzept, dass die israelische Regierung und die SOS-Kinderdörfer Beduinenkindern helfen, ihre Schul- und Lebensbedingungen zu verbessern, ihre Lebensqualität und die ihrer Familien zu erhöhen, wird hoffentlich noch weitere Kreise ziehen."