Ein Jahr nach Fukushima: SOS baut neues Kinderdorf

08.03.2012 - Ein Jahr ist es her, dass ein verheerendes Erdbeben Tod und Zerstörung über Japan brachte. Die Erdstöße lösten einen gewaltigen Tsunami aus, der am 11. März 2011 die Küstenregion im Nordosten des Landes verwüstete. In Fukushima geriet der Reaktor außer Kontrolle - es kam zum Super-Gau.
Japan nach dem Erdbeben 2011 - Foto: REUTERS/Lee Jae-Won
Nach dem Reaktor-Gau in Fukushima warnten die Behörden in Tokio davor, Babys Leitungswasser zu trinken zu geben - Foto: REUTERS/Lee Jae-Won

Nach der Katastrophe leisteten die SOS-Kinderdörfer in Japan Hilfe, um verwaisten und traumatisierten Kindern beizustehen. Nun soll ein Kinderdorf in der Erdbebenregion entstehen. Ein Informationszentrum für Betroffene und Behörden wurde bereits in der Stadt Sendai im Nordosten Japans eröffnet.

Alle Waisen konnten bei Angehörigen untergebracht werden

Die Katastrophe am 11. März 2011 tötete nach Behördenangaben rund 700 Mädchen und Jungen. Etwa 1300 Kinder verloren die Mutter oder den Vater, 240 Kinder wurden durch die Katastrophe zu Vollwaisen. Alle Vollwaisen leben nun bei überlebenden Großeltern oder nahen Verwandten.

Wegen des teils hohen Alters der Angehörigen befürchten die Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer vor Ort, dass einige der Waisen in absehbarer Zeit erneut ihre Bezugspersonen verlieren. Deshalb soll bis 2014 ein Kinderdorf entstehen, das die betroffenen Kinder aufnehmen soll. Die SOS-Kinderdörfer beraten die Behörden und Angehörigen vor Ort.

Beratung der Behörden - Netz von Pflegeeltern

 

Eröffnungsfeier im SOS-Kinderdorf Fukuoka 2010
Feier mit Ehrengästen: 2010 wurde Japans erstes SOS-Kinderdorf in Fukuoka eröffnet.
Bis die Angehörigen im Wirrwarr nach der Katastrophe gefunden werden konnten, wurden unbegleitete Kinder auf Anraten  der SOS-Kinderdörfer bei Pflegeeltern  in der Region untergebracht.  In Japan ist es üblich, Kinder ohne Eltern in Waisenhäusern unterzubringen. Die SOS-Kinderdörfer konnten die Behörden aber davon überzeugen, dass Pflegeeltern sich viel besser um die stark traumatisierten Kinder kümmern können. Deshalb möchten die SOS-Kinderdörfer im Nordosten von Japan auch ein enges Netz von Pflegeeltern aufbauen.

 

In Japan gibt es bislang ein SOS-Kinderdorf, das 2010 in Fukuoka eröffnet wurde. Es befindet sich im Süden des Landes und blieb von der Katastrophe 2011 verschont.