Tag der internationalen Jugend

SOS bildet 12.000 Jugendliche aus

12.08.2015 - Am heutigen internationalen Tag der Jugend fordern die SOS-Kinderdörfer weltweit die Regierungschefs auf mehr für die Jugendlichen zu tun und ihnen mit einer guten Bildung und Ausbildung eine Perspektive zu schaffen. Die SOS-Kinderdörfer weltweit bilden derzeit in mehr als 51 Berufsbildungszentren, mehr als 12.000 junge Frauen und Männer aus und geben ihnen somit eine Zukunft.

Jugendliche, die eine Ausbildung als Schreiner im SOS-Bildungszentrum in Gambia machen. Foto: Christian Lesske

Im Interview gibt der Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer einen Überblick darüber, welche Chancen und Perspektiven die Jugendlichen in Deutschland, Europa und in ärmeren Ländern in Afrika haben.

 

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Herr Yassin, den „Internationalen Tag der Jugend“ gibt es jetzt bereits seit den späten 90er Jahren. Wo sehen Sie denn die Jugend heute in Deutschland? Hat sich denn in den vergangenen fast 20 Jahren viel geändert? Oder hat sich bei den Sorgen und Nöten der Jugendlichen gar nicht so viel getan?
Im Großen und Ganzen geht es den jungen Leuten ein Stück besser als noch vor 20 Jahren, zumindest was Bildung und Arbeit anbelangt. Immer mehr Schüler eines Jahrgangs gehen auf eine höhere Schule oder sogar auf die Universität. Sie haben bessere Chancen einen guten Arbeitsplatz zu bekommen. Das alles ist allerdings erkauft durch mehr Leistungsdruck in den Schulen. Ich denke z. B. an G8. Immer mehr Jugendliche leiden heutzutage unter Stress.

 

In anderen Ländern Europas sieht es dagegen seit einigen Jahren sehr düster für junge Menschen aus, beispielsweise in Spanien, Portugal oder Griechenland. In diesen Ländern haben Jugendliche aktuell keine rosigen Zukunftsaussichten. Kann man sagen: Da kommt ein dickes Problem auf diese Länder, eventuell sogar auf ganz Europa zu? Oder es ist sogar schon da …?

Das ist jetzt schon ein großes Problem für die Länder. Wir haben in Spanien und Portugal eine Jugendarbeitslosigkeit von rund 50 Prozent. In Griechenland sogar etwa 70 Prozent. Da hat eine gesamte Generation keine Perspektive und dieses Problem betrifft nicht nur diese Länder, sondern ganz Europa. Denn viele dieser jungen Menschen werden ihr Land verlassen und in einem anderen Land arbeiten wollen. Das ist natürlich sehr schlecht für das Heimatland. Denn wenn die Jugend abwandert, steht die Zukunft des Landes auf dem Spiel.

 

Wie sieht es denn außerhalb Europas aus? Da haben viele Jugendliche ja noch viel schlechtere Perspektiven. Oder hat sich in einigen Teilen der Welt auch etwas zum Positiven verändert?
Durchaus. Nehmen wir z.B. einmal Afrika. Da hören wir immer nur Nachrichten, dass es dort schlecht läuft. Aber in einigen afrikanischen Ländern bewegt sich einiges. Afrika ist der jüngste Kontinent. Die Hälfte der Menschen ist unter 25 Jahren alt. Es steckt also ein unglaublich großes Potential in dieser Generation. Wenn wir es schaffen diesen jungen Leuten im eigenen Land eine Perspektive zu geben, dann wird Afrika der Kontinent der Zukunft sein.

 

Wenn Sie, gerne auch aus SOS-Sicht, einen Appell an die Regierungschefs richten dürften, wie würde dieser, was die Jugend 2015 angeht, lauten?

Wir müssen gemeinsam Kindern und Jugendlichen weltweit, also hier und in allen anderen Ländern, eine Perspektive schaffen. Bildung, Ausbildung, das ist das, was die neue Generation braucht. Dann werden wir keine Völkerwanderungen erleben, sondern prosperierende Staaten. 

 

Herr Yassin, vielen Dank für das Gespräch.

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