Gefechte in Elfenbeinküste: Alle SOS-Projekte in Abidjan geschlossen

SOS-Kinderdorf evakuiert / SOS-Schule, Medizinzentrum und SOS-Familienhilfe stellen Arbeit vorübergehend ein

02.03.2011 - Die Gefechte in der Elfenbeinküste dauern an: In der Hauptstadt Abidjan tobten in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe.

 

SOS-Schule in Abobo-Gare
Wegen neuer Kämpfe bis auf weiteres geschlossen: Die SOS-Grundschule in Abobo-Gare - Foto: SOS-Archiv

Vor allem der Stadtteil Abobo, in dem sich ein SOS-Kinderdorf und weitere SOS-Projekte befinden, war Schauplatz der Gewalteskalation. Jüngsten Medienberichten zufolge greifen die Kämpfe mittlerweile auf südliche Vororte über. Bewaffnete Auseinandersetzungen werden auch aus anderen Regionen des Landes gemeldet. In Abidjan wurden sämtliche SOS-Einrichtungen bis auf weiteres geschlossen, die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf wurden nach Aboisso evakuiert.

Bereits am 26.2. war das SOS-Kinderdorf in Abobo Gare evakuiert worden. Alle Kinder, SOS-Mütter und Familienhelferinnen wurden in das rund 110 Kilometer östlich von Abidjan gelegene SOS-Kinderdorf in Aboisso gebracht. Gemeinsam mit den Kindern wurden auch sämtliche Jugendliche aus den Jugendeinrichtungen in Abidjan in Sicherheit gebracht. Schule, Kindergarten und Medizinzentrum sind ebenfalls geschlossen, die Programme der SOS-Familienhilfe wurden vorübergehend eingestellt.

 

Evakuierung des SOS-Kinderdorfs in Abobo Gare
SOS-Kinderdorf evakuiert: Die gut 100 SOS-Kinder und ihre Kinderdorf-Mütter wurden in das rund 110 Kilometer östlich gelegene Kinderdorf in Aboisso gebracht.
Seit den Präsidentenwahlen vom vergangenen November ist die Lage in Côte d'Ivoire mehr als angespannt, da Präsident Gbagbo den laut UNO gültigen Wahlsieg seines Herausforderers Alassane Ouattara nicht anerkennt. Seither kommt es vermehrt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Parteien. Der nördliche Vorort Abobo-Gare ist eine Hochburg der Ouattara-Anhänger und war in den letzten Tagen besonders heftig umkämpft, in jüngsten Medienberichten ist mittlerweile auch von Kämpfen in südlichen Vororten von Abidjan die Rede. Ein neuerlicher Ausbruch des seit 2005 für beendet erklärten Bürgerkriegs wird befürchtet, wenngleich die politische Lage nie wirklich stabil war.

 

SOS-Kinderdörfer in Elfenbeinküste

Das SOS-Kinderdorf in Abobo-Gare, das 1971 eröffnete, war das erste in Afrika. In diesem Jahr sollte es seinen 40. Geburtstag feiern und mit ihm SOS-Kinderdorf in 44 weiteren afrikanischen Ländern. Derzeit gibt es in der Elfenbeinküste: zwei Kinderdörfer, zwei Jugendeinrichtungen, zwei Kindergärten, zwei Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei Sozialzentren und ein medizinisches Zentrum.

 

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