Kämpfe im Gazastreifen: SOS-Kinder sicher

Region um das Kinderdorf Rafah bleibt von Angriffen verschont

21.07.2014 - Im Gazastreifen toben schwere Kämpfe. Die Region um das SOS-Kinderdorf Rafah blieb bislang von Angriffen verschont. Die SOS-Kinder sind verängstigt, derzeit jedoch sicher.

"Sicherer als irgendwo anders": Derzeit sind 46 SOS-Kinder im Kinderdorf, die anderen sind noch bei Verwandten und sollen jetzt zurückkehren  - Foto: Shady Alassar

Am 17. Juli hat die israelische Armee eine Bodenoffensive auf den Gazastreifen gestartet, um Tunnel und Raketen der Hamas zu zerstören. Die Zahl der Opfer ist seitdem stark gestiegen. Nach palästinensischen Angaben sind seit der erneuten Eskalation des Nahostkonflikts am 8. Juli mehr als 500 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten und Kinder.

Zu Beginn der Bodenoffensive forderte die israelische Armee die Bevölkerung auf, die Kampfzone zu verlassen und in Gaza Stadt, Khan Younis und Rafah Zuflucht zu suchen. Das SOS-Kinderdorf im Gazastreifen befindet sich bei der Stadt Rafah: in einem Dorf Deir Sultan etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

SOS-Mitarbeiter bestätigten, dass derzeit in der Nähe des Dorfes weder Schüsse noch Detonationen zu hören seien.

SOS holt Kinder zurück

Derzeit befinden sich nur 46 der insgesamt 105 SOS-Kinder im Kinderdorf Rafah. Mehr als die Hälfte der Mädchen und Jungen sind vor den Angriffen auf den Gazastreifen zu Verwandten gefahren, um mit ihnen den Fastenmonat Ramadan zu begehen.
Keines der SOS-Kinder kam bislang zu Schaden. Angesichts der Bodenoffensive versucht die Dorfleitung jedoch nun alle Mädchen und Jungen zurück ins SOS-Kinderdorf zu holen. "Wir glauben, dass es hier sicherer ist als irgendwo anders", sagt Dorfleiter Sami Ajjour.

Kinder brauchen psychologischen Beistand

Dennoch bleibt die Lage im SOS-Kinderdorf Rafah angespannt. Die Kinder sind weiter verängstigt, nachdem noch vor einigen Tagen Raketen in unmittelbarer Nachbarschaft eingeschlagen sind.
"Einige Kinder benötigen psychologische Unterstützung", sagt Sami Ajjour. "Aber unsere Psychologen können derzeit ihre Häuser nicht verlassen und ins Dorf kommen." Um die Kinder abzulenken, organisieren SOS-Mitarbeiter Indoor-Aktivitäten für die Kinder - als Vorsichtsmaßnahme dürfen die Mädchen und Jungen nicht im Freien spielen.

Vorräte drohen knapp zu werden

Unterdessen wird es zunehmend schwierig, die SOS-Familien mit Lebensmitteln zu versorgen. Geschäfte und Banken haben geschlossen. Auch der Strom fällt immer wieder aus und es wird ein Generator im Kinderdorf benötigt.

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