Hermann-Gmeiner-Preis geht nach Nepal

13.07.2012 - Ein besonderer Preis für einen besonderen Menschen: Rama Karki, ehemaliges SOS-Kind aus Jorpati in Nepal, wurde mit dem Hermann-Gmeiner-Preis ausgezeichnet.

Preisverleihung in Innsbruck
Preisverleihung in Innsbruck: Rama Karki mit dem neugewählten SOS-Präsidenten Siddhartha Kaul (links) und Ehrenpräsident Helmut Kutin
Das SOS-Kinderdorf in Jorpati wurde 1982 eröffnet, um Kinder mit Behinderungen gezielt zu fördern und ihre Integration in die Gesellschaft zu unterstützen. Rama Karki, die eine Fußfehlbildung hatte, fand dort 1983, im Alter von sechs Jahren, ein neues Zuhause.  Bereits als Schülerin fiel sie nicht nur durch ihre guten schulischen Leistungen auf, sondern auch durch ihr soziales Engagement. Nachdem die Fehlbildung ihrer Füße mit Operationen und Physiotherapie korrigiert worden war, absolvierte Rama Karki eine dreijährige Ausbildung zur Krankenpflegerin, die sie 1996 abschloss. Ihre soziale Begabung konnte sie an ihrer ersten Arbeitsstelle an der medizinischen Hochschule in Kathmandu unter Beweis stellen. Dort kümmerte sie sich besonders um die Kinder mit besonderen Bedürfnissen, welche immer wieder Beeinträchtigungen und Diskriminierungen erleiden.

Engagement für Kinder mit Behinderung

Um den behinderten Kindern in Jorpati noch besser helfen zu können, kehrte Rama Karki 2003 ins SOS-Kinderdorf zurück. Dort arbeitet sie seitdem als stationäre Betreuerin und Beraterin in einem der Häuser für Kinder und Jugendliche mit mentalen und körperlichen Behinderungen. Obwohl Rama mittlerweile verheiratet ist und außerhalb des SOS-Kinderdorfes lebt, ist sie weiterhin durch ihre Arbeit und ihre Vergangenheit sehr eng mit dem Dorf verbunden. Von den Kindern wird Rama oft als "Schwester" bezeichnet, ihr Optimismus und Engagement wirkt sich positiv auf alle Bewohner aus.

Schlüsselrolle bei zukünftigen Projekten vor Ort

Hoch hinaus trotz Beinprothesen: Schaukelndes Kind im SOS-Kinderdorf Jorpati in Nepal - Foto: Thomas Ernsting
Hoch hinaus trotz Beinprothesen: Schaukelndes Kind im SOS-Kinderdorf Jorpati in Nepal - Foto: Thomas Ernsting
Die 33-jährige Rama ist mittlerweile eine lokale Größe, wenn es um die professionelle Betreuung und um die Förderung und die Integration von Kindern mit Behinderungen geht. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich das gesellschaftliche Bewusstsein gegenüber diesen Kindern verändert hat. In der Gestaltung und Leitung von zukünftigen Betreuungsprogrammen wird ihr deshalb eine Schlüsselrolle zukommen.

Im Rahmen der SOS-Generalversammlung in Innsbruck erhielt Rama Karki den Hermann-Gmeiner-Preis 2012 als Anerkennung für ihr Engagement für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Der Hermann-Gmeiner-Preis

Der Hermann-Gmeiner-Preis, benannt nach dem SOS-Kinderdorf-Gründer, ist ein Geldpreis, der alle zwei Jahre für besondere Leistungen auf humanitärem, beruflichem, sportlichem, schulischem oder kulturellem Gebiet verliehen wird. Er geht an Frauen und Männer, die in einer SOS-Kinderdorf-Einrichtung aufgewachsen sind, oder junge Menschen, die noch in einer solchen leben.