Nach Granatenangriff und Evakuierung:

Kinder kehren ins SOS-Kinderdorf Damaskus zurück

25.10.2016 - Kinder, Mütter und Mitarbeiter sind wieder in das kürzlich evakuierte SOS-Kinderdorf in Damaskus zurückgekehrt. Das Kinderdorf war Ende September von Granaten getroffen worden und musste binnen kürzester Zeit evakuiert werden.

Bürgerkrieg in Syrien: Das SOS-Kinderdorf Damaskus musste nach zwei Granateneinschlägen evakuiert werden. Jetzt konnten die Kinder wieder zurückkehren. Foto: SOS-Syrien

„Ein umfassender Sicherheitscheck des Dorfes ergab, dass die 156 Kinder und knapp 50 SOS-Mitarbeiter wieder ihr Zuhause beziehen können“, sagte Rani Rahmo, der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Syrien. „Als die Kinder erfuhren, dass sie ins Dorf zurückkehren können, waren sie überglücklich. Sie begannen zu singen und fröhlich auf und ab zu springen“, so Rahmo weiter.

Alle SOS-Kinder und Mitarbeiter wieder Zuhause

Nach der Evakuierung waren die Kinder und Mitarbeiter in Hotels untergebracht worden und die syrische Armee hatte zwischenzeitlich die Kontrolle über das SOS-Kinderdorf übernommen. Das hat den Kindern einen riesigen Schrecken eingejagt, wie ein Zehnjähriger berichtet: “Ich habe früher  immer gesagt, dass ich vor nichts Angst habe. Aber das hat sich mit den Geschehnissen im Kinderdorf geändert: Jetzt wünsche ich mir nur noch Frieden und Stabilität.”

Psychologische Unterstützung für die Kinder


Alle Kinder und SOS-Mitarbeiter konnten wieder ihr Zuhause beziehen. Im Kinderdorf angekommen, haben die Mitarbeiter im Garten des Dorfes ein riesiges Frühstück für alle zubereitet. Foto: SOS-Syrien

Laut Rahmo befinden sich keine bewaffneten Gruppen mehr in der Nähe des Dorfes und es besteht kein Sicherheitsrisiko, sodass alle Bewohner wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren konnten. Dort angekommen, haben die Mitarbeiter im Garten des Dorfes ein riesiges Frühstück zubereitet, um den Kindern zu zeigen, dass sie in Sicherheit sind und sich draußen aufhalten können. Außerdem erhielten die Kinder psychologische Unterstützung, so Rahmo weiter: „Um das Erlebte besser verarbeiten zu können, fertigen die Kinder auch kleine Kunstwerke an, die sie auf einem Markt für einen guten Zweck verkaufen.“

Ein bisschen Normalität erhalten die Kinder zudem dadurch, dass sie wieder in die Schule gehen können. Während der Zeit in den Übergangsunterkünften hatten sie aber ebenfalls Unterricht erhalten. Auch die SOS-Mütter sind froh, wieder in ihrer gewohnten Umgebung zu sein, erzählt eine 13-Jährige: „Meine SOS-Mutter tat mir richtig leid, denn es war sehr schwierig, außerhalb des Kinderdorfes für uns zu sorgen. Aber sie hat trotz der Umstände und schlechten Nachrichten, die uns täglich erreichen, alles in ihrer Macht stehende getan, um uns aufzumuntern und uns zu versorgen.“

Hintergrund:

Das zweite syrische SOS-Kinderdorf in Aleppo musste bereits im Jahr 2012 evakuiert werden. Es wurde durch den Krieg weitgehend zerstört. Die Kinder aus Aleppo sind im Kinderdorf in Damaskus untergekommen. „Wir fordern alle Kriegsparteien in Syrien dazu auf, die Kinder zu schützen und ihr Recht auf medizinische Versorgung, Bildung, ein sicheres Zuhause sowie ausreichend Nahrung und Wasser zu gewährleisten“, erklärte Rahmo.