Kinderarmut: SOS-Kinderdörfer und Kim Clijsters appellieren an EU

Tennisspielerin Clijsters unterstützt SOS-Gesprächsrunde in Brüssel

22.11.2010 - Die prominente SOS-Botschafterin Kim Clijsters und ihr Ehemann Brian Lynch haben in Brüssel an EU-Entscheidungsträger appelliert, den Kampf gegen Kinderarmut weiter fortzusetzen. Die beiden nahmen an zwei Gesprächsrunden teil, welche die SOS-Kinderdörfer im Europäischen Parlament zum Thema "Den Armutskreislauf durchbrechen – Familien und Gemeinschaften stärken" organisiert haben.

Kinderarmut
Die SOS-Kinderdörfer setzen sich auf internationaler Ebene dafür ein, den Kampf gegen Kinderarmut weiter fortzusetzen.
Die Veranstaltung im Europäischen Parlament wurde anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte abgehalten. Die belgische Tennisspielerin Kim Clijsters und ihr Mann Brian Lynch forderten die EU-Entscheidungsträger im Rahmen der Runden Tische auf, die Unterstützung von armen Familien fortzusetzen und Kinderarmut weiter zu bekämpfen. Armut ist in vielen Fällen die Hauptursache dafür, dass Familien zerbrechen. "Für Kinder, die nicht in einer Familie aufwachsen, besteht unter anderem ein erhöhtes Risiko, dass sie zu Opfern von Missbrauch und Gewalt werden. Und das nicht nur in Ländern der Dritten Welt, sondern auch hier in Europa", sagte Kim Clijsters. "Es sollte ein Grundrecht für jedes Kind sein, in der Wärme einer Familie aufzuwachsen", so die Tennisspielerin weiter. Die Europäische Union wurde bei den Gesprächen von Véronique de Keyser, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Philipp Courard, belgische Staatssekretär für soziale Integration und Armutsbekämpfung vertreten.

In Europa sind rund 20 Millionen Kinder von Armut bedroht. Weltweit leben etwa 1,4 Milliarden Menschen unterhalb der Armutsgrenze, obwohl sie eine Arbeit haben. Angesicht der Wirtschaftskrise sind Familien und deren Kinder noch mehr gefährdet, in die Armut abzurutschen. Wenn Eltern ihre Kinder wegen fehlender finanzieller Mittel nicht mehr versorgen können, führt dies häufig dazu, dass Kinder von ihren Familien getrennt werden. In Europa leben etwa eine Million Kinder ohne ihre Eltern. Rund 25.000 davon sind in verschiedenen Betreuungsinstitutionen untergebracht.

"Die Zukunft beginnt heute"

Die Veranstaltung in Brüssel markierte auch den 1. Jahrestag der Resolution der   Generalversammlung der Vereinten Nationen, in der die Richtlinien für die alternative Betreuung von Kindern offiziell begrüßt wurden. Die SOS-Kinderdörfer waren eine der führenden Organisationen in der Entwicklung dieser Richtlinien und eine der treibenden Kräfte für deren offizielle Verabschiedung. Die Leitlinien definieren unter anderem die wichtige Rolle von Regierungen bei der Stärkung von Familien sowie bei der Vermeidung davon, dass Kinder von ihren Eltern verlassen werden.

Jan Jarab, Regionaler Vertreter des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, unterstrich die Rolle der EU: "Die Europäische Union muss die treibende Kraft dabei sein, Familien zusammenzuhalten und Kinderarmut zu beenden. Alle EU-Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, die notwendige Unterstützung zu leisten und die erforderlichen Strukturen in ihren Ländern zu schaffen."

Helmut Kutin, Präsident der SOS-Kinderdörfer, stellte die Dringlichkeit des Themas heraus: "Vor allem in Zeiten der Krise brauchen Familien unsere volle Unterstützung. Wir wollen unseren Kindern nicht nur eine Zukunft geben. Kinder brauchen eine gute Gegenwart. Die Zukunft beginnt heute. Jetzt."