Kinderdorf-Eröffnung in Ruanda

120 Kinder bekommen ein sicheres Zuhause in Kayonza

21.06.2011 - Für 120 ruandische Kinder hat sich das Leben entscheidend verändert: Sie dürfen im neuen SOS-Kinderdorf in Kayonza wohnen. Die Eröffnungsfeier war wie ein stundenlanger Freudentanz.

 

Ruandische Mädchen singen bei der Eröffnung.
Ruandische Mädchen singen bei der Eröffnung - Fotos: Mariantonietta Peru

Der Tag war heiß, die Kinder waren aufgeregt und liefen zwischen den neuen Häusern umher. Die Hitze schien ihnen nichts auszumachen. Sie waren alle in ihrer Landestracht gekleidet und die größeren führten Lieder und Tänze auf.

Eines der Mädchen auf dem Bild trug ihr Gedicht in ihrer Sprache, Kinyarwanda, vor: "Wir durchschritten Tragödien und Ängste, wir sind traumatisiert, aber nun müssen wir nicht mehr leiden, jetzt haben wir keine Angst mehr. Wir haben wieder Hoffnung, weil unsere SOS-Mütter für uns da sind."

Der Nationale Direktor von Ruanda, Alfred Munyentwari, hielt eine herzliche Dankesrede, in der er allen Unterstützern dankte, vor allem dem Bürgermeister von Kayonza, der den SOS-Kinderdörfern das Grundstück zur Verfügung gestellt hatte. Auch der Sozialminister hielt eine warmherzige Rede über die SOS-Kinderdörfer und betonte, wie sehr die Einrichtungen die Gemeinde bereichern.

Beratung auch für Eltern

Ruandische Tänze
So viel Freude: Die größeren Kinder tanzten für die Gäste.

Kayonza ist 77 Kilometer von der Hauptstadt Kigali entfernt und ist das vierte SOS-Kinderdorf in Ruanda. Seit 1979 gibt es SOS-Kinderdörfer in Ruanda. Hier werden 120 Kinder in SOS-Familien aufwachsen, die Hermann-Gmeiner-Grundschule besuchen oder in den Kindergarten gehen. Außerdem gibt es dort ein medizinisches Zentrum und die SOS-Familienhilfe für bedürftige die Familien aus der Nachbarschaft. Das Zentrum dient als Beratungsstelle zu den Themen Erziehung, Schulbildung, Ernährungsberatung und Gesundheit der Kinder sowie Berufsberatung für Eltern.

Kayonza ist sehr ländlich und die Situation der Kinder ist schlimm: Die meisten gehen nicht zur Schule, sondern arbeiten für wenig Geld und haben ein hohes Risiko an Aids zu erkranken. Mädchen werden ab ihrem zehnten Lebensjahr verheiratet und haben damit nie die Chance, zu freien, selbstbestimmten Menschen heranzuwachsen.