Pilotprojekt: Neues SOS-Kinderdorf in Kolumbien

09.02.2012 - Tür an Tür mit Nachbarskindern: So wachsen die Mädchen und Jungen im neueröffneten SOS-Kinderdorf in Cartagena, Kolumbien, auf. Es besteht aus sieben Familienhäusern, die sich in verschiedenen Straßenzügen und Stadtvierteln befinden. Dieser neue, städtische Ansatz soll eine noch bessere Integration der SOS-Kinder in ihren Nachbarschaften ermöglichen. Damit übernimmt Kolumbiens siebtes Kinderdorf eine Vorreiterrolle in Lateinamerika.

Freunde: In Cartagena wohnen die SOS-Kinder Tür an Tür mit Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft.
Cartagena ist Kolumbiens wichtigste Hafenstadt mit rund einer Million Einwohnern. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und teilweise in extremer Armut. Besonders prekär ist die Lage der rund 40.000 Vertriebenen, die in den südlichen Stadtteilen Cartagenas gestrandet sind. Sie sind vor dem Dauerkonflikt zwischen Militär, Paramilitär und Guerilla geflohen, wobei ein Großteil der Flüchtlinge - rund 40 Prozent - Kinder unter 14 Jahren sind.

Die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Cartagena begann 2008, als die SOS-Familienhilfe im Stadtteil Pasacaballos anlief. Derzeit begleiten SOS-Sozialarbeiter Familien mit insgesamt 114 Kindern. Eltern und Kinder erhalten vielfältige Unterstützung: bei der Gesundheitsversorgung, durch Bildungs- und Fortbildungsangebote sowie durch Mikrokredite zur Existenzgründung.

Ein Zuhause für derzeit 49 elternlose Kinder

Für Kinder, die nicht bei ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können, wurde nun das SOS-Kinderdorf Cartagena gegründet. Die ersten 49 Mädchen und Jungen haben nun in sieben Wohnhäusern ein neues Zuhause gefunden: in einer SOS-Familie, liebevoll umsorgt von ihrer SOS-Mutter, zusammen mit Geschwistern, so wie in jedem anderen SOS-Kinderdorf. Das städtische Kinderdorf entstand jedoch nicht auf einem eigenen SOS-Gelände, vielmehr wurden einzelne, bereits existierende Wohnhäuser in den Vierteln Los Laureles, Los Corales und Nueva Esperanza erworben, an die Bedürfnisse der SOS-Familien angepasst und saniert. Dieser städtische Ansatz - weitere Beispiele sind die SOS-Kinderdörfer in Rustenburg, Südafrika, oder in Wien - hat sich bei der Integration der SOS-Kinder bewährt: "Die Kinder finden so leicht in der Nachbarschaft Freunde, sie spielen gemeinsam und werden zu Geburtstagen eingeladen - wie alle anderen Kinder eben auch", sagt Angela Rosales, nationale Direktorin der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien.

SOS-Kinderdörfer in Kolumbien

Mit der Eröffnung in Cartagena gibt es in Kolumbien sieben SOS-Kinderdörfer. Hinzukommen Zusatzeinrichtungen und Sozialprojekte. Insgesamt geben die SOS-Kinderdörfer in Kolumbien 6.500 Kindern eine Perspektive: von Ipiales im Süden über Bogotá bis Rionegro.

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