SOS-Kinderdorf-Einrichtungen im Kongo geplündert

200 Kinder bereiten sich auf Evakuierung vor

23.10.2002 - Bei Kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo sind Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kinder und Jugendlichen selbst sind unverletzt. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, dann müssen die 200 Kinder samt Mitarbeitern ins benachbarte Burundi evakuiert werden.

Rebellen haben in den letzten Tagen die Stadt Uvira am Ufer des Tanganyika-Sees in der Demokratischen Republik Kongo erobert. Dabei wurde das SOS-Nothilfedorf Uvira in Mitleidenschaft gezogen. Hier leben fast 200 Kinder, deren Familien in den Wirren des Bürgerkrieges nicht mehr gefunden werden konnten. Ursprünglich war geplant, die 1997 als Nothilfeprojekt entstandene SOS-Einrichtung zu einem dauerhaften SOS-Kinderdorf auszubauen. Daran ist derzeit wegen des wieder aufflammenden Bürgerkrieges nicht zu denken.

Zu dem SOS-Nothilfedorf gehören ein Kindergarten, ein Schule und eine Jugendwohneinrichtung. Kindergarten und Schule mussten wie alle öffentlichen Gebäude der Stadt schließen. Die SOS-Jugendwohneinrichtung ist geplündert worden.
Aus Sicherheitsgründen bleiben die Bewohner des Nothilfedorfs in ihren Häusern. Sie bereiten sich auf eine mögliche Evakuierung nach Burundi vor.

Lebensmittelvorräte aufgestockt

Auch im 120 Kilometer weiter nördlich gelegenen SOS-Kinderdorf Bukavu ist die Lage kritisch. "Wir wissen, dass alles passieren kann, und zwar jederzeit", beschreibt ein SOS-Mitarbeiter die unsichere Lage vor Ort. In allen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen wurden die Lebensmittelvorräte aufgestockt, nachdem Märkte geschlossen sind und die Versorgung zusammen zu brechen droht.

Erst im Juli diesen Jahres ist ein Friedensabkommen getroffen worden, das den Bürgerkrieg im Kongo beenden sollte. Trotz des Abzugs ruandischer und ugandischer Truppen blieb der Waffenstillstand brüchig. Nun sind die Kämpfe wieder aufgeflammt.

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