TV-Tipp: Kein Kind will eine Nummer sein

14.01.2013 - Präsident der SOS-Kinderdörfer wollte Helmut Kutin eigentlich nie werden. Warum und wie es doch dazu kam, zeigt der Dokumentarfilm "Kein Kind will eine Nummer sein. Das Leben des Helmut Kutin" am Dienstag, 15. Januar, um 19.30 Uhr, auf BR Alpha.

 

Helmut Kutin wird im Kinderdorf Mombasa, Kenia, von einem Mädchen begrüßt.
Als Präsident der SOS-Kinderdörfer reiste Helmut Kutin in viele Länder. Auch im Kinderdorf Mombasa in Kenia wurde er herzlich empfangen.
Die Filmemacherin Elisabeth Mayer begleitet Helmut Kutin, den Mann, der 26 Jahre lang als Präsident an der Spitze der SOS-Kinderdörfer stand, auf seinen beiden letzten großen Reisen. Mayer kehrt mit ihm zudem auch zurück an die Orte seiner Kindheit.

 

Helmut Kutin erzählt eine Geschichte von Gewalt und Verlust. Kurz nacheinander starben seine älteste Schwester und seine Mutter, die Familie wurde auseinandergerissen. Helmut Kutin kam 1953 im Alter von 12 Jahren in das SOS-Kinderdorf nach Imst in Tirol. Erst vier Jahre zuvor war die Organisation von Hermann Gmeiner gegründet worden. Helmut Kutin absolvierte die Pflichtschule in Imst, machte 1963 sein Abitur studierte an der Universität Innsbruck.

Aufbau der SOS-Kinderdörfer in Vietnam

 

Hermann Gmeiner und Helmut Kutin
Hermann Gmeiner (li.), Gründer der SOS-Kinderdörfer, schickte Helmut Kutin in den 1970ern nach Vietnam.
Als Student demonstrierte Kutin gegen den Krieg in Vietnam. In dieser Zeit erreichte ihn Hermann Gmeiners Anruf, der sein Leben verändern sollte: Gmeiner schickte Kutin genau dort hin und das vom Krieg gezeichnete Land wurde Kutin zur zweiten Heimat. Dort baute er die ersten SOS-Kinderdörfer in Vietnam auf. Nach dem Fall von Saigon und der Übernahme durch die  kommunistische Regierung wurde er 1976 des Landes verwiesen und musste es unter Lebensgefahr verlassen. Erst Jahre später durfte er wieder zurückkehren.

 

Mit seiner eigenen kleinen Kamera dokumentierte Helmut Kutin seine schwierigsten, aber auch, wie er selbst sagt, seine schönsten Jahre. So entstanden zeithistorische Dokumente, die zeigen, wie sich das SOS-Kinderdorf in Saigon während der Zeit des Vietnamkrieges vor Angriffen zu schützen versuchte.

In Asien leistete Helmut Kutin – in der Zwischenzeit zum stellvertretenden SOS-Generalsekretär gewählt – grundlegende Arbeit. In weniger als zehn Jahren entstanden auf dem gesamten Kontinent 50 SOS-Kinderdörfer und weitere 50 Zusatzeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Ausbildungszentren, Mutter-Kind-Einrichtungen und Krankenstationen.

Vom SOS-Kind zum SOS-Präsidenten

Im Jahr 1985 wurde Helmut Kutin von Hermann Gmeiner als sein Nachfolger vorgeschlagen. Die Präsidentschaft übernahm Kutin nach Gmeiners Tod im Jahr 1986. Im Laufe seiner Amtszeit (bis 2012) wuchs die Organisation auf 533 Kinderdörfer und über 1700 Zusatzeinrichtungen in 133 Ländern.

Elisabeth Mayer begleitet Helmut Kutin und dokumentiert sein Leben und seinen engagierten Einsatz. So entsteht mit "Kein Kind will eine Nummer sein" ein vielschichtiges und spannendes Porträt, das ganz persönliche Einblicke ins Leben des SOS-Präsidenten und ungewöhnliche Perspektiven in die Arbeit der SOS Kinderdörfer eröffnet.

Sendehinweis

"Kein Kind will eine Nummer sein. Das Leben des Helmut Kutin" läuft am Dienstag, 15.01.2013 um 19.30 Uhr, die Wiederholung am 16.01. um 0.45 Uhr und um 9.30 Uhr auf BR Alpha.