Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern unterstützt SOS

18.04.2011 - Als erstes Jugendorchester in Deutschland wird das Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern (Ljo M-V) Botschafter der SOS-Kinderdörfer weltweit. Die Nachwuchsmusikerinnen und -musiker werden mit verschiedenen Aktionen auf die Tätigkeit der SOS-Kinderdörfer aufmerksam machen. Die SOS-Arbeit in Estland steht dabei im Mittelpunkt.

Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern
Die NachwuchsmusikerInnen aus Mecklenpurg-Vorpommern sind neue SOS-Botschafter
Straßenmusik, Briefe an die Großeltern, Nachrichten auf Facebook – die Ideen der jungen Musikerinnen und Musiker, wie sie in ihrem Umfeld und ihrer Region für die SOS-Kinderdörfer aktiv werden wollen, sind vielfältig. In einem ganztägigen Workshop in der Hochschule für Musik und Theater in Rostock haben zwölf besonders engagierte Jugendliche mit SOS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Aktionen und Themen für ihre Botschaftertätigkeit erarbeitet. Anschließend nahmen die Workshop-Teilnehmer stellvertretend für ihr Orchester die SOS-Botschafterurkunde in Empfang.

Das Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern ist mit dieser Auszeichnung das erste Jugendorchester in Deutschland, das eine Botschaftertätigkeit für die SOS-Kinderdörfer weltweit übernimmt. Das Ljo M-V ist ein Projekt des Landesmusikrates Mecklenburg-Vorpommern und besteht aus siebzig bis neunzig jungen Musikerinnen und Musikern zwischen 13 und 23 Jahren. Das Orchester errang beim internationalen Musikfestival in Wien 1997 den ersten Preis in der Kategorie „Jugend-Sinfonieorchester“. Bei Konzerten im ganzen Bundesland wie auch bei Auslandstourneen präsentieren die Nachwuchsmusiker ihr musikalisches Können.

LJO MV
SOS-Mitarbeiter Karsten Lessing überreicht die Botschafterurkunde
Hilfe für Kinder in Estland

Die Aktivitäten der Musikerinnen und Musiker sollen dem SOS-Kinderdorf Keila in Estland zugutekommen. Zahlreiche Kinder in Estland leben unter schwierigsten Bedingungen. Zwar konnte die estnische Regierung das Land durch heftige Sparmaßnahmen weitestgehend aus der Wirtschaftskrise hinausmanövrieren und im Januar 2011 sogar den Euro einführen, doch weit über 10% der Bevölkerung sind arbeitslos, die Lebenshaltungskosten sind hoch, die Armut wächst. Viele Familien zerbrechen an den sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Der einzige scheinbare Ausweg ist oft die Flucht in den Alkohol oder andere Drogen. Häufige Folge: Gewalt in der Familie. Die Verwahrlosung von Kindern nimmt zu und die Zahl der so genannten Sozialwaisen steigt.

Im SOS-Kinderdorf Keila finden Mädchen und Jungen, für die niemand mehr da ist, einen Platz in einer Familie. Hier sind sie geborgen und sicher und können endlich Kind sein. Ihre SOS-Mutter und die Geschwister helfen ihnen ebenso wie der Kindergarten, die Schule und verschiedene Freizeitaktivitäten ihre Talente und Fähigkeiten zu entdecken und eigenen Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

"Brücke ins Baltikum"

Mit seinem Engagement schlägt das Landesjugendorchester eine Brücke von Mecklenburg-Vorpommern in das Baltikum und eröffnet für beide Seiten neue Perspektiven der Unterstützung und Begegnung.