Mit Bildung gegen Piraterie

15.09.2011 - Der Verband Deutscher Reeder (VDR) und die SOS-Kinderdörfer weltweit gehen eine mehrjährige Partnerschaft für ein Bildungsprojekt am Horn von Afrika ein. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung bekräftigen Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR, und Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit, in Hamburg den Beginn der Zusammenarbeit.

 

Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder, Dr. Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer
Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder, Dr. Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer
Ziel der Partnerschaft ist es, die Berufs- und Lebensperspektiven junger Menschen in einer Region am Horn von Afrika zu verbessern und damit unter anderem langfristig einen Beitrag gegen die Ausbreitung der Piraterie zu leisten. Eine zukunftsfähige Berufsbildung kann Menschen vor dem Weg in die Kriminalität bewahren. Das Bildungsprojekt soll nach den Grundsätzen der Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt werden, die SOS-Kinderdörfer in 47 Ländern Afrikas erfolgreich anwenden.

Bildung ist soziale Investition

„Die SOS-Kinderdörfer arbeiten seit 1971, also genau 40 Jahre, in Afrika. Wir freuen uns, dass wir in diesem Jubiläumsjahr die Partnerschaft mit dem Verband Deutscher Reeder starten.“, erklärt Dr. Wilfried Vyslozil.

Und auch Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder sieht hier großes Potenzial: „Die Förderung von Bildung ist eine soziale Investition, sie kann Menschen vor kriminellen Abwegen schützen, weil sie die Chancen erhöht, den Lebensunterhalt auf legale Weise zu verdienen. Deshalb plant der VDR, einen sehr substantiellen finanziellen Beitrag für das gemeinsame Bildungsprojekt bereit zu stellen.“

Bibliothek für Frauen

Die Partnerschaft zwischen VDR und SOS wird in mehreren Phasen verlaufen. Im November wird die erste Bibliothek Dschibutis mit einem eigenen Lesebereich für Frauen und Mädchen eröffnen. Gleichzeitig wird dieser Bau das gemeinsame Projektbüro von SOS und VDR beherbergen.

Die strategische Bedeutung des Standortes ist sehr groß. Dschibuti gilt wegen seiner zentralen Lage am Horn von Afrika, seines sicheren Umfelds und des wachsenden Hafens als Tor zu Ostafrika.

Ein "substantieller Betrag" vom VDR für die SOS-Bildungsarbeit in Dschibuti
Ein "substantieller Betrag" vom VDR für die SOS-Bildungsarbeit in Dschibuti

Nur mit Einheimischen

In einer zweiten Phase, die im nächsten Jahr startet, folgt der Bau eines Ausbildungszentrums, das eventuell in Somaliland entstehen könnte. „Entscheidend dabei ist, dass wir diese Einrichtung nicht vom grünen Tisch in Hamburg aus planen, sondern durch Einheimische. Es gilt, soziale, politische, wirtschaftliche und lokale Faktoren zu berücksichtigen und partnerschaftlich vorzugehen“, so Dr. Vyslozil. Bereits die Auswahl der Ausbildungszweige erfordert eine gründliche Analyse. Denn die erlernte Tätigkeit soll realistische Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt eröffnen. Mögliche Ausbildungszweige wären Schlosserei, Schreinerei, Automechanik. Die dritte Phase der Partnerschaft von VDR und SOS könnte dann den Bau und die Inbetriebnahme des Ausbildungszentrums umfassen.

Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit

Zur Zeit entsteht in Tadjourah, der drittgrößten Stadt Dschibutis, ein durch das Bundeministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) teilfinanzierte SOS-Kinderdorf mit angeschlossenem Gemeindespielplatz. Die Baumaßnahmen werden hierfür Ende des Jahres 2011 beginnen.