SOS-Kinderdorf Mogadischu erneut evakuiert

24.02.2012 - Geschützfeuer, angreifende Panzer, Explosionen in unmittelbarer Umgebung: Die SOS-Kinder in Somalias Hauptstadt Mogadischu mussten erneut vor schweren Kämpfen in Sicherheit gebracht werden.
SOS-Kinder vor den Notquartieren in Afgooye
Vor der Evakuierung: SOS-Kinder vor den Notquartieren in Afgooye
Im August 2011 musste das SOS-Kinderdorf im Norden Mogadischus evakuiert werden, als in der direkten Nachbarschaft heftige Gefechte aufflammten. SOS-Kinder und Kinderdorf-Mütter fanden in Afgooye, einem Vorort von Mogadischu, in Notquartieren Zuflucht. Dort war es bislang ruhig geblieben, doch nun hat der Bürgerkrieg auch diesen Außenbezirk erreicht.

Somalische Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Einheiten der Afrikanischen Union (AU) starteten in Afgooye eine Offensive gegen die Al-Shabab-Miliz. Dabei kamen auch schwere Waffen zum Einsatz, die Bewohner mussten fliehen.

Alle SOS-Kinder und -Mitarbeiter unverletzt

Bereits im Vorfeld der Kämpfe hatte sich SOS auf den Fall einer erneuten Evakuierung vorbereitet. SOS-Kinder und -Mütter konnten daher rechtzeitig aus der Gefahrenzone gebracht werden, alle blieben unverletzt. Die SOS-Familien wohnen jetzt in Häuser in einem zentralen Viertel Mogadischus, das als relativ sicher gilt.

SOS-Mütter und -Mitarbeiter bemühen sich darum, dass die Kinder nach dem traumatischen Erlebnis der erneuten Evakuierung wieder in ihren Alltag zurückfinden. Dazu gehört auch der Schulbesuch. Die SOS-Kinderdörfer suchen daher mit Hochdruck nach einem Ausweichquartier für die SOS-Schule, damit der Unterricht wieder beginnen kann.

SOS-Nothilfe im Süden Somalias

Die Rückkehr der SOS-Familien ins SOS-Kinderdorf im Norden Mogadischus ist nach wie vor nicht möglich, da sich das SOS-Gelände direkt an der Frontlinie in dem umkämpften Stadtteil befindet. Die benachbarte SOS-Mutter-Kind-Klinik muss deshalb ebenfalls weiter geschlossen bleiben. In etwa zwei Kilometer Entfernung haben die SOS-Kinderdörfer jedoch ein temporäres medizinisches SOS-Zentrum eingerichtet, dessen Mitarbeiter täglich 400 bis 600 Kinder und schwangere Frauen behandeln.

Unterdessen leisten die SOS-Kinderdörfer in Somalia weiter Nothilfe für hungernde Kinder und Familien. Vor allem in Südsomalia bleibt die Versorgungslage kritisch. SOS-Mitarbeiter haben dort bislang 25.000 Menschen - Kinder und ihre Angehörigen - medizinisch versorgt. Die SOS-Kinderdörfer sind in Südsomalia derzeit als einzige internationale Hilfsorganisation aktiv, nachdem mehrere NGOs ihre Arbeit in dem von der Al-Shabab-Miliz kontrollierten Gebiet einstellen mussten.

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