"Mogadischu durchlebt seine schlimmste Zeit"

Warum SOS-Direktor Ahmed Ibrahim trotzdem auf eine baldige Wiedereröffnung der SOS-Einrichtungen in Somalia hofft

06.02.2008 - Immer noch sind die SOS-Einrichtungen in Somalias Hauptstadt Mogadischu geschlossen. Nachdem im Dezember 2007 mehrere Granaten das SOS-Kinderdorf getroffen hatten, wurden die SOS-Familien aus dem umkämpften Stadtviertel gebracht. Auch die benachbarte SOS-Mutter-Kind-Klinik musste ihre Arbeit einstellen. Ahmed Ibrahim, SOS-Direktor in Somalia, erklärt im Interview, warum er die Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung der SOS-Einrichtungen nicht aufgibt.

Ahmed Ibrahim - Fotos: SOS-Archiv
Ahmed Ibrahim - Fotos: SOS-Archiv
Können Sie die derzeitige Situation im SOS-Kinderdorf beschreiben?

Das SOS-Kinderdorf ist bis auf ein paar Sicherheitswachen verlassen. Ende Dezember befanden sich viele unserer Mitarbeiter sogar in Arrest. Soldaten hatten das Dorf nach Waffen durchsucht. Und obwohl sie nichts fanden, nahmen sie die Mitarbeiter einfach mit. Ich konnte ihre Freilassung bewirken.

Wie geht es den Kindern und Müttern?
Alle SOS-Kinderdorf-Familien sind auf Wohnungen über das Stadtgebiet verteilt. Es geht ihnen den Umständen entsprechend: Sie haben keinen Strom und kein Fließwasser, aber sie sind gut versorgt. Wir haben die Familien absichtlich getrennt. Sollte ein Stadtteil beschossen werden, können die Betroffenen bei den anderen Familien unterkommen.


In der SOS-Klinik: Ein Arzt untersucht eine schwangere Frau. Seit Dezember ist die Klinik geschlossen.
In der SOS-Klinik: Ein Arzt untersucht eine schwangere Frau. Seit Dezember ist die Klinik geschlossen.