Mosambik: SOS-Kinder wegen Flut evakuiert

15 SOS-Familien aus Pemba leben derzeit im Hotel

21.01.2015 - Wegen des starken Regens Mitte Januar ist das SOS-Kinderdorf Pemba in Mosambik von der Elektrizität abgeschnitten. Die Sicherheit der Kinder und die Versorgung mit Lebensmitteln ist akut gefährdet. Deshalb wurden die Jungen und Mädchen Anfang der Woche in ein nahe gelegenes Hotel evakuiert.

Das SOS-Kinderdorf Pemba und das nahe gelegene SOS-Sozialzentrum Chiuba leiden stark unter der diesjährigen Überschwemmung.

Die heftigen Regenfälle in Südostafrika haben die Stromleitungen in die Hafenstadt Pemba im Nordosten des Landes zerstört. Seit fast zwei Wochen lebten die 15 SOS-Familien aus dem dortigen Kinderdorf quasi ohne Strom. "Die Nächte haben wir in kompletter Dunkelheit verbracht - in ständiger Angst vor Einbrechern", erzählt ein SOS-Mitarbeiter. Auch der Kühlschrank fiel aus - und damit die Versorgung der Kinder. Deshalb hat der Dorfleiter Anfang dieser Woche entschieden, die Kinder in ein nahe gelegenes Hotel zu evakuieren.

Kein Diesel und kaputte Straßen

Um die Notsituation vor Ort zu lindern, sind vor allem zwei Dinge notwendig: "Möglichst viel Diesel, um den dorfeigenen Stromgenerator laufen zu lassen sowie Zement, Schotter, Sand und Erde - um den Zugang zum Kinderdorf zu sichern", erklärt der Dorfleiter. Denn die Erosion durch die Wassermassen hat die Straßen


Wegen der flutbedingten Erosion ist der Zugang zum SOS-Kinderdorf Pemba in Mosambik derzeit nur schwer möglich.

komplett zerstört. Bereits vor einem Jahr richtete eine ähnliche Flut schwere Schäden im SOS-Kinderdorf Pemba an: Die Klassenzimmer der Hermann-Gmeiner-Schule wurden überschwemmt und das Dorf an sich war völlig von der Außenwelt abgeschnitten. "Durch die jetzige Katastrophe kommen die Erinnerungen wieder hoch - als wäre es erst gestern gewesen."

Schäden in SOS-Wohnheim und Büro

Bei den verheerenden Überschwemmungen im Südosten Afrikas sind in Malawi und Mosambik mittlerweile mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Über 100.000 werden noch vermisst. Die anderen fünf SOS-Kinderdörfer des Landes sind zum Glück nicht so schwer betroffen. Im SOS-Jugendwohnheim in der Hauptstadt Maputo ist das Wasser nachts in die Mädchenräume eingedrungen - aus diesem Grund leben die jungen Frauen jetzt vorübergehend in ihrer Ausbildungsstätte. Getroffen hat es außerdem die Büros der SOS-Familienhilfe: Dort sind eine Außenwand sowie das Abwassersystem kaputt.

 


SOS-Kinder aus Mosambik: Wie schon im vergangenen Jahr haben die starken Überschwemmungen schwere Schäden in ihrem Heimatland verursacht. Foto: Stefan Pleger

Tete: Familien verlieren ihre Existenz

In Tete haben sechs Familien aus dem dortigen SOS-Familienstärkungsprogramm ihre Häuser verloren, zehn weitere Familien stehen vor dem finanziellen Ruin, weil die Flut ihre Getreidefelder ruiniert hat. Die SOS-Kinderdörfer in Beira, Inhambane und Chimoio blieben verschont.

Spenden für Nothilfe in Afrika

Unterstützen Sie Nothilfe-Projekte der SOS-Kinderdörfer in Afrika. Bitte helfen Sie mit einer Spende!

 Jetzt helfen!