Nepal: Erste Schritte für den Neuanfang

SOS bietet Kindern und Familien Hilfe beim Wiederaufbau an

10.06.2015 - Die Menschen in Nepal lassen sich nicht unterkriegen und haben mit dem Wiederaufbau begonnen. Dennoch sind viele von einem normalen Alltag noch weit entfernt.Tausende sind noch immer obdachlos. Sie schlafen unter freiem Himmel, in Notzelten oder unter Plastikplanen. In 10 Notkitas betreuen die SOS-Kinderdörfer fast 1000 Kinder. Außerdem hilft SOS vielen Familien beim Wiederaufbau. Wegen des einsetzenden Monsunregens droht sich die Lage noch zu verschlimmern.

Mädchen vor einem eingestürzten Familienhaus. Die Familie muss jetzt wieder von vorne anfangen. Foto: Zishan Akbar Latif

"Die internationale Hilfe funktioniert sehr gut. Doch leider brauchen noch viel mehr Menschen Unterstützung. Es wird noch eine Zeit dauern, bis sich die Lage für die meisten Familien wieder normalisiert hat", schätzt der Direktor der SOS-Kinderdörfer in Nepal Shankar Pradhananga die aktuelle Lage ein. SOS kooperiert dabei auch mit anderen Hilfsorganisationen, um möglichst vielen Kindern und Eltern schnell zu helfen.

Viele Kinder sind traumatisiert

Seit dem 31. Mai haben zwar die Schulen wieder geöffnet. Trotzdem können aktuell nur wenige Kinder zur Schule gehen. Zum einen wurden rund 25.000 Klassenzimmer zerstört. Zum anderen sind viele Kinder immer noch traumatisiert. Oft sah man Schüler, die sich auf dem Weg zur Schule an ihre Eltern klammerten. Zu groß ist noch die Angst vor einem Nachbeben. Befinden sich die Klassenzimmer in einem mehrstöckigen Haus, fühlen sich die Kinder nicht sicher. Sie haben zu viele Gebäude einstürzen sehen. SOS-Lehrer bieten in den Nothilfe-Kitas und den Kinderdörfern Unterricht an. Neben dem Schulunterricht bekommen Kinder auch psychologische Betreuung, um die Traumata zu überwinden.


Unterricht in der SOS-Notkita in Harisiddhi. Foto: Zishan Akbar Latif

32 Kinder in SOS-Kinderdörfer aufgenommen

SOS hat bereits 32 Kinder neu in die Kinderdörfer aufgenommen. Es sind Kinder, deren Eltern beim Erdbeben ums Leben kamen oder, die von ihnen getrennt wurden. Die meisten Kinder nahm das SOS Kinderdorf in Gandaki auf. Dort fanden 15 Kinder ein neues Zuhause.

Erste Schritte in die Normalität

Viele Menschen haben durch das Erdbeben fast alles verloren, was sie hatten. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Familien vor Ort beim Wiederaufbau. So hilft SOS den Betroffenen unter anderem beim Ausfüllen der Anträge für die Hilfsgelder der Regierung. Bis zu 200.000 Nepalesische Rupien (ca. 1700 Euro) bekommen die Menschen Entschädigung, wenn ihr Haus zerstört wurde. Zwar ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Trotzdem bedeutet das Geld die Chance auf einen Neuanfang. Da Ausweise, Geburtsurkunden und andere amtliche Papiere bei dem Erdbeben verloren gingen, erstellen die Behörden seit kurzem provisorische Papiere. Auch hier sind die SOS-Mitarbeiter den Betroffenen behilflich um die Dokumente zu erhalten.

Monsunregen wird die Lage verschlimmern


SOS-Nothilfe-Team in Kavre
Mit Sorge betrachtet SOS-Direktor Shankar Pradhananga die drohende Wetterlage der kommenden Wochen. Der Monsunregen wird seiner Einschätzung nach die Lage noch erheblich verschlimmern. "Wir befürchten, dass der einsetzende Regen weitere Schlammlawinen auslöst und die Menschen in den abgelegenen Dörfern, aber auch in den Notunterkünften in Gefahr bringt." Außerdem sei zu befürchten, dass sich auch die hygienischen Zustände durch den Regen verschlimmern und sich hierdurch Krankheiten wie Cholera und Typhus verbreiten können.

 

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