Nepals Kinder brauchen langfristig Hilfe

Beben wirft Land zurück und hinterlässt viele Waisen

08.05.2015 - Der zweieinhalbjährige Sujal sitzt auf einem Feldbett im SOS-Nothilfe-Camp in Kavre östlich von Kathmandu. Herabfallende Steine seines Elternhauses haben sein Bein zerschmettert. Sujals Mutter starb neben ihm unter den Trümmern. Sujals Vater war zum Zeitpunkt des Erdbebens in Saudi Arabien.

Überblick: SOS-Nothilfe nach dem Erdbeben in Nepal


Ruinenstadt: Ein Kind läuft durch Sankhu im Kathmandu-Tal. Foto: Zishaan Akbar Latif

Auch Babitas Mutter arbeitete in Kuwait als ihre 10-jährige Tochter im Hause der Großmutter von Trümmern verletzt wurde. Auch die Großmutter wurde verletzt und liegt nun im Krankenhaus. Babitas Vater war schon vor Jahren gestorben.

Viele Nepalesen arbeiten am Golf. Meist unter schwierigen Bedingungen, wie auf den Baustellen in Katar, und oft für wenig Geld. Aber auch wenig Geld ist mehr als gar keine Verdienstmöglichkeit in der Heimat.

Nepal nach dem Erdbeben: Eines der ärmsten Länder liegt in Trümmern

Sujal, seine Brüder und Babita werden jetzt von den SOS-Kinderdörfern in Nepal betreut. "Wir rechnen damit, dass wir noch viele solcher Kinder aufnehmen werden", sagt Shankar Pradhananga, Leiter der zehn SOS-Kinderdörfer in Nepal. Die SOS-Kinderdörfer waren schon vor dem Erdbeben in Nepal, bauten Kinderdörfer und unterstützten mit Schulen, Berufsausbildungszentren und großangelegter Familienhilfe für insgesamt 17.000 nepalesische Kinder und Angehörige die Entwicklung des Landes.

"Nepal ist eines der 20 ärmsten Länder der Welt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 49 Prozent", erklärt Pradhananga. "Aber in den vergangenen Jahren hat die Wirtschaft sich gut entwickelt mit Wachstumsraten von vier bis fünf Prozent. Das Erdbeben hat uns jetzt leider zurückgeworfen."

Aber Pradhananga hat auch Hoffnung: "Wenn die Menschen jetzt auf Nepal aufmerksam werden, seine Schwächen und seine Stärken, wenn sie uns jetzt helfen, könnte sich Nepal langfristig gut entwickeln.  Ich wünsche mir, dass irgendwann die Eltern von Kindern wie Sujal oder Babita nicht mehr außer Landes müssen, um Arbeit zu finden."

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