New York: SOS-Junge spricht vor UN

Rodrigo (14) aus Chile macht sich für Kinder stark

27.03.2015 - "Liebe ist schwierig zu messen. Aber es ist nicht schwer, Bedingungen zu schaffen, um sie zu fördern." Das ist die zentrale Aussage einer Rede, die der 14-jährige SOS-Junge Rodrigo aus Chile gestern vor der UN-Versammlung in New York gehalten hat.

Die UN-Botschafter David Donoghue aus Irland und Macharia Kamau aus Kenia, die den Post-2015-Prozess verantworten, waren beeindruckt von Rodrigos Rede. Foto: Alejandro Omar Lopez Merchan
Er war dort als jugendlicher Vertreter der weltweiten Bewegung für Kinder aus Lateinamerika und der Karibik eingeladen. "Meine Rolle war es, die lateinamerikanischen Kinder zu repräsentieren", erklärte er. Weil in diesem Jahr die Millenniumsziele auslaufen, waren die Vertreter der UN-Mitgliedsstaaten zusammengekommen, um die Post-2015-Agenda und deren Messbarkeit für die Zukunft weiterzuentwickeln. "Die Ausrottung von Armut und Ungleichheit sollte daran gemessen werden, wie Kinder besser in ihren Familien leben können - ohne Gewalt und mit Liebe", sagte Rodrigo. Und erntete damit spontanen Applaus - was in offiziellen UN-Versammlungen ungewöhnlich ist. Der kenianische UN-Botschafter Macharia Kamau, der für die Post-2015-Agenda verantwortlich ist, war beeindruckt von Rodrigos Engagement. "Ich frage mich, was manche von uns in diesem Alter getan haben", sagte er.

"Für Kinder ist es wichtig, in einer Familie zu leben"


Rodrigo hörte aufmerksam zu, was die UN-Vertreter über die künftigen UN-Entwicklungsziele diskutierten. Foto: Alejandro Omar Lopez Merchan

Rodrigo lebt seit seinem achten Lebensjahr in einer SOS-Familie in Chile. Allerdings nicht mehr lange - in Kürze soll er zu Verwandten ziehen. "Für Kinder ist es wichtig, in einer Familie zu leben. Deshalb sind gute Jobs notwendig, damit Eltern finanziell für sie sorgen und gleichzeitig genügend Zeit mit ihnen verbringen können. Für Kinder ist Liebe genauso wichtig wie für Erwachsene, um sich geborgen zu fühlen und im Leben voranzukommen", erklärte der 14-Jährige. Er machte den UN-Vertretern eindringlich klar, dass seine Generation von deren jetzigen Entscheidungen profitiert oder aber darunter leiden wird. "Aus diesem Grund ist unsere Meinung wichtig. Wir Kinder haben eine einfachere, menschlichere Vision des Lebens. Letztendlich stimmen wir in vielen Punkten mit euch überein - aber wir machen die Dinge unkomplizierter", resümierte Rodrigo. Sein Appell an die UN-Vertreter: "Es geht nicht nur um Statistiken und Zahlen, sondern auch um Dialog, Mitwirkung und die Wahrnehmung kindlicher Bedürfnisse. Wenn ihr etwas messen wollt, dann am besten die Qualität der Bildung. Sie hat einen großen Einfluss auf das Leben von Kindern." Wer Rodrigos Rede sehen möchte, findet sie hier bei UNWebTV - von Minute 25:40 bis 29:40!

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