Hungersnot in Nigeria: Halbe Million Kinder hat nichts zu essen

SOS-Kinderdörfer warnen vor Katastrophe und leisten Nothilfe

08.03.2017 - Im Nordosten Nigerias werden mindestens 500.000 Kinder verhungern, wenn sie nicht sofort Hilfe erhalten. "So schlimm wie jetzt war die Lage seit Jahrzehnten nicht: Kinder und Familien haben nichts mehr zu essen und ihre Rechte werden missachtet. Wir können nicht dabei zusehen, wie sie sterben. Wir müssen jetzt handeln!", sagt Eghosa Erhumwunse, der nationale Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nigeria.
Flüchtlingskinder werden gewogen, um sie auf Mangelernährung zu untersuchen. Im benachbarten Niger startete SOS bereits 2015 ein Hilfsprogramm für Kinder und Familien, die vor der Boko-Haram-Miliz geflüchtet sind. Foto: Vincent Tremeau

In einigen nordöstlichen Regionen ist die höchste IPC-Stufe 5 bereits erreicht. Das bedeutet, dass dort täglich Menschen aufgrund von Nahrungsmittelmangel sterben. Über acht Millionen Nigerianer sind zudem von einer Hungersnot bedroht und brauchen dringend humanitäre Hilfe. "Nur eine gut organisierte, umfassende Nothilfe kann die Menschen aus dieser schrecklichen Situation befreien. Im Interesse der leidenden Kinder müssen wir gemeinsam etwas tun!", erklärt Erhumwunse.

SOS-Nothilfe für hungernde Kinder im Boko-Haram-Gebiet

Die SOS-Kinderdörfer versorgen im Bundesstaat Borno, dem Brennpunkt der Flüchtlings- und Hungerkrise, 30.000 Kinder sowie 5.000 Frauen – darunter stillende Mütter – und junge Erwachsene mit Lebensmitteln und Medizin. Außerdem unterstützt die Kinderhilfsorganisation Familien bei der Wiederinbetriebnahme von Farmen sowie beim Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz, um aus eigener Kraft der Krise ein Ende setzen zu können. Zudem betreut SOS in Nigeria traumatisierte und unbegleitete Kinder und Jugendliche, die vor der Terrorgruppe Boko Haram fliehen mussten, leistet psychologischen Beistand und verteilt Lernmaterialien für Kinder, organisiert Lehrerfortbildungen sowie Unterricht.

Hier erfahren Sie mehr zur SOS-Nothilfe im Nordosten Nigerias.