Somalia: Kleinkinder verhungern ohne Zugang zu SOS-Klinik

24.10.2011 - Mit dem Einsetzen der Regenzeit in Somalia wächst die Gefahr, dass sich Krankheiten wie Malaria und Cholera ausbreiten. Besonders die vom Hunger geschwächten Menschen sind anfällig zu erkranken. Der Regen bedeutet aber auch Hoffnung: Die Menschen wollen jetzt Saatgut für die nächste Ernte aussähen. Unterdessen wird die SOS-Klinik in Mogadischu weiter besetzt – mit dramatischen Folgen: Ohne Zugang zum Ernährungsprogramm sind viele Kinder verhungert.

Besonders Kleinkinder benötigen Hilfe in Somalia
Besonders Kleinkinder benötigen Hilfe
500 Patienten sind seit der Besetzung der SOS-Klinik durch Regierungstruppen ohne medizinische Versorgung. Nur wenige erreichten die zehn Kilometer entfernte Nothilfe-Klinik im Flüchtlingslager Badbado. Von den 348 stark unterernährten Kindern unter fünf Jahren sind nach Angaben von SOS-Mitarbeitern „die Mehrheit verstorben.“ Die SOS-Kinderdörfer verhandeln über die Wiedereröffnung der Klinik.

 

In den Armensiedlungen verschlechtert sich durch den Beginn der Regenzeit die hygienische Situation. Die notdürftig errichteten Hütten bieten kaum Schutz gegen den Regen. Ohne sanitäre Einrichtungen besteht das Risiko, dass sich Krankheiten wie Cholera ausbreiten.

 

Für Tausende Flüchtlinge bedeutet der Regen aber auch Hoffnung: Die Menschen wollen in ihre Heimatorte zurückkehren und Saatgut für die Ernte im kommenden Jahr aussähen. Mehr als 5.000 Flüchtlinge haben in den letzten Monaten in der SOS-Klinik im Flüchtlingscamp Badbado medizinische Hilfe erhalten. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen diese Menschen nun, in ihre Heimat zurückzukehren und sich langfristig wieder selbst zu versorgen. 500 Familien bekamen dazu Nahrungsmittel für einen Monat.

 

Flüchtlingslager Baidoa zwangsgeräumt

Viele Kinder in Somalia sind auf sich allein gestellt
Viele Kinder in Somalia sind auf sich allein gestellt: Ein Junge im Camp Badbado
12.000 Familien im Flüchtlingslager Baidoa wurden von den Al-Shabaab-Milizen gezwungen, das Camp zu verlassen und in ihre Heimat zurückzukehren. SOS-Kinderdörfer konnte zumindest 6.000 Personen mit einer Monatsration Nahrungsmittel versorgen. Die SOS-Kinderdörfer stehen in Kontakt mit weiteren 11.000 aus dem Flüchtlingslager vertriebenen Menschen und können diese gegenwärtig unterstützen.

 

In dem Dorf Bullo-Fuur, etwa 80 Kilometer von Baidoa entfernt, konnten die SOS-Kinderdörfer ein weiteres SOS-medizinisches Zentrum errichten. Dort werden nun 3.000 Menschen mit Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung unterstützt.