Paraguay: Brandkatastrophe fordert Opfer aus SOS-Einrichtung in Asunción

03.08.2004 - Unter den Opfern des verheerenden Brandes in einem Einkaufszentrum in der paraguayischen Hauptstadt befindet sich eine Schülerin der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule. Auch eine ehemalige Schülerin und Familienangehörige von SOS-Mitarbeitern sterben in dem Flammeninferno. Die SOS-Kinderdörfer trauern um die Opfer und bieten Hilfe für die Hinterbliebenen.

Nach Angabe von Mario Melgarejo, Leiter des SOS-Kinderdorfes Asunción, starben eine Schülerin sowie eine ehemalige Schülerin der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in dem Flammeninferno. Außerdem kamen Familienmitglieder von Angestellten des SOS-Kinderdorfes bei der Katastrophe ums Leben oder erlitten schwerste Verbrennungen. Mario Melgarejo, der das nahegelegene Einkaufszentrum kurz vor Ausbruch des Feuers gemeinsam mit seiner Frau und seinen vier Kindern verlassen hatte, steht unter schwerem Schock.
Der Dorfleiter befürchtet, dass die Situation für die Betroffenen noch schwieriger wird, wenn die Katastrophe aus dem öffentlichen Blickfeld rückt, wenn Aufmerksamkeit und Unterstützung fehlen, wenn Krankenhauskosten nicht mehr gezahlt werden können und Kinder ohne Eltern aufwachsen müssen. Zudem besteht die Gefahr, dass viele Menschen mit Brandverletzungen angesichts der unzureichenden medizinischen Versorgung sterben werden.

SOS-Kinderdorf Paraguay hat bereits erste Maßnahmen zur psychosozialen Hilfe für Betroffene eingeleitet. Es könnten zudem Kinder, die ihre Eltern in den Flammen verloren haben und nicht von Verwandten betreut werden können, langfristig im SOS-Kinderdorf aufgenommen werden.

Das SOS-Kinderdorf in Asunción liegt in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums "Yuca Bolanos". Offiziellen Angaben zufolge kamen bei dem verheerenden Brand am Sonntag bislang 364 Menschen ums Leben. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt.