Philippinen: SOS-Kinder aus Katastrophengebiet evakuiert

14.11.2013 - Die Taifun-Opfer auf den Philippinen kämpfen weiter ums Überleben. Auch am Donnerstag, dem sechsten Tag nach der Katastrophe, lief die Hilfe nur schleppend an. Die kleinen Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in der völlig zerstörten Stadt Tacloban wurden inzwischen aus dem Katastrophengebiet in Sicherheit gebracht. Unterdessen sind die Helfer der SOS-Kinderdörfer weiter vor Ort, um Nothilfe für Kinder und Familien zu leisten.

 


Evakuierung aus Tacloban: Busse bringen die kleineren Kinder und ihre SOS-Mütter ins 160 km entfernte SOS-Kinderdorf in Calbayog.

"In den Straßen von Tacloban liegen immer noch Leichen, die niemand bestattet, es riecht nach Verwesung“, sagt Gregor Nitihardjo vom Nothilfeteam der SOS-Kinderdörfer vor Ort. "Die meisten Menschen im Katastrophengebiet sind obdachlos, haben nichts zu essen und übernachten zwischen den Trümmern." Die Angst vor Seuchen wächst. Und immer wieder kommt es zu verzweifelten Übergriffen der Taifun-Opfer, die um ihr Überleben kämpfen.

Endlich in Sicherheit

Am frühen Dienstagmorgen ist es SOS-Mitarbeitern gelungen, alle jüngeren Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Tacloban zu evakuieren. 73 Mädchen und Jungen sind nun zusammen mit ihren SOS-Müttern in Sicherheit. Sie wurden ins 160 km entfernte SOS-Kinderdorf Calbayog gebracht.
"Das SOS-Kinderdorf war für die Kinder ein geschützter Ort, an dem sie behütet aufwachsen konnten. Plötzlich, von einem Tag auf den anderen, wurde es zu einer Hölle. Sie sind sehr verängstigt durch das, was passiert ist. Es war eine äußert traumatische Erfahrung für unsere Kinder. Und auch für alle Mitarbeiter", so Nitihardjo.

Der Taifun hat die Dächer einiger Häuser weggerissen, die Gebäude wurden überschwemmt. SOS-Kinder, Mütter und Mitarbeiter mussten sich auf dem Dachboden vor den Fluten in Sicherheit bringen. Dank der massiven Bauweise haben die Häuser den starken Windböen standgehalten. Doch das Dorfgelände ist stark verwüstet, bis zu einem Meter hoch stand der Schlamm in den Zimmern. Möbel, Kleidung, Spielsachen - alles ist kaputt.

Ein Hilfsteam aus dem SOS-Kinderdorf Calbayog war umgehend am 9. November aufgebrochen, um den SOS-Familien in Tacloban Hilfe zu leisten. Zerstörte Straßen und die angespannte Sicherheitslage hatten den Transport der Kinder jedoch verzögert. Zwei gemietete Busse brachten sie schließlich nach Calbayog. Hier haben sie zu essen, zu trinken und einen sicheren Platz zum Schlafen. Die SOS-Familien aus Calbayog sind zusammen gerückt und haben ihre zusätzlichen "Geschwister" herzlich aufgenommen. Viele der betroffenen Kinder mussten in ihrem Leben schon einmal Verlust, Gewalt und Angst erleben. Geschulte Helfer aus dem Netzwerk des SOS-Kinderdorfes unterstützen sie nun dabei, das Geschehene zu verarbeiten. Als sie nach Tagen wieder ein Spielzeug in die Hand nehmen durften, war das für viele der Kleinen ein erster Lichtblick.

Jugendliche helfen bei Aufräumarbeiten

Die Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf sind in Tacloban geblieben und helfen bei den Aufräumarbeiten, auch wenn die Situation dort noch sehr angespannt ist. "Die meisten der Menschen hier in Tacloban haben nichts zu essen und zu trinken. Das macht sie aggressiv und wütend, denn sie brauchen etwas, um zu überleben. Manchmal führt das zu Übergriffen", berichtet Gregor Nitihardjo. Er ist jedoch zuversichtlich, dass die Lage sich beruhigt, sobald die Hilfslieferungen der internationalen Helfergemeinschaft eintreffen. "Was die Menschen im Katastrophengebiet jetzt dringend brauchen sind: Nahrung, Trinkwasser und Medikamente. Doch auch einfache Dinge wie z.B. Hygieneartikel oder Kerzen werden gebraucht."

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