Putsch in Burundi: Zehntausende fliehen

SOS-Kinderdörfer bereiten sich auf Unruhen vor

13.05.2015 - Nach vorangegangenen gewaltsamen Protesten hat heute das Militär in Burundi geputscht. Burundis Präsident Pierre Nkurunziza befindet sich derzeit wegen seiner erneuten Präsidentschaftskandidatur auf einem Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) in Tanzania. Seine Kandidatur hatte zu landesweiten Protesten geführt. Rund 50.000 Menschen sind laut Angaben der UN seit Mitte April in Nachbarländer geflohen, davon sind rund 60% Kinder.

"Uns geht es soweit gut. Aber wir erwarten weitere gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Unterstützern des Präsidenten und der Armee. Die kommende Nacht wird kritisch werden für die Bevölkerung", so der Direktor der fünf burundischen SOS-Kinderdörfer, Pascal Bizimana.

"Die Situation in der Hauptstadt Bujumbura ist unsicher und unberechenbar", berichtete Bizimana bereits vor einigen Tagen. Die Demonstrationen im Vorfeld der Wahlen seien heftiger geworden, Autos stünden in Flammen und die Polizei habe bei Auseinandersetzung mit den Demonstranten 20 Menschen erschossen. Immer mehr Stadtteile seien betroffen, so die Meldungen von vor Ort. Einige unserer SOS-Mitarbeiter hatten bereits Probleme, aufgrund der gewalttätigen Proteste zur Arbeit zu kommen. Schulen und Universitäten in Bujumbura sind derzeit geschlossen.

Aufgrund der sich zuspitzenden Lage hat die Kinderhilfsorganisation vorgesorgt. "Wir haben die Essensvorräte aufgestockt. Die Kinder und Jugedlichen dürfen die SOS-Einrichtungen nicht mehr verlassen und mehrere SOS-Mitarbeiter haben ihre Familien bereits in sicherere Gegenden Burundis oder nach Ruanda geschickt", sagt der nationale Direktor von SOS-Burundi. Noch geht die Organisation nicht davon aus, dass das Kinderdorf in Burundis Hauptstadt Bujumbura selbst angegriffen werden wird.