Sierra Leone: SOS nimmt Ebola-Waisen auf

Ein Junge und drei Mädchen ziehen ins SOS-Kinderdorf Makeni

02.02.2015 - Charles ist erst eineinhalb Jahre alt und wurde seit dem Ebola-Tod seiner Eltern im August 2014 an drei verschiedenen Orten betreut. Jetzt hat er zusammen mit drei weiteren Ebola-Waisen ein langfristiges und liebevolles Zuhause im SOS-Kinderdorf Makeni in Sierra Leone gefunden. Weitere werden folgen: Aus den Ebola-Zentren und Übergangsheimen werden immer mehr verwaiste Kinder entlassen, die niemand mehr haben.

Charles (1) ist einer der ersten Ebola-Waisen, die im SOS-Kinderdorf Makeni in Sierra Leone ein neues Zuhause gefunden haben.

Kurz nach seinem 1. Geburtstag brach Charles' kleine Welt zusammen: Seine Eltern, drei Brüder und eine Schwester infizierten sich mit Ebola und starben wenig später im Ebola-Zentrum von Makeni. Er selbst wurde dort drei Monate lang beobachtet und immer wieder auf Ebola getestet. Als sicher war,  dass Charles sich nicht angesteckt hatte, kam er in ein staatliches Übergangsheim. Doch dort musste er nach vier Wochen Platz für weitere Ebola-Waisen machen.

Ende Januar: Aufnahme ins SOS-Kinderdorf

Charles hatte Glück: Krankenschwester Fatmata aus dem Ebola-Zentrum hatte den kleinen Kerl so sehr in ihr Herz geschlossen, dass sie ihn vorübergehend bei Verwandten unterbrachte. "Ich habe alles getan, um ihn aufzumuntern. Irgendwann begann er tatsächlich wieder zu lächeln. An manchen Tagen bin ich nicht zur Arbeit gegangen, damit ich mich um ihn kümmern konnte", erzählt sie. Ende Januar 2015 hatte Charles' Odyssee endlich ein Ende: Das SOS-Kinderdorf Makeni hatte als erstes in Sierra Leone zusätzliche Kapazitäten geschaffen, um Ebola-Waisen in neuen SOS-Familien aufzunehmen. Zusammen mit Lamia, Kadia und Rania hat Charles im Haus von SOS-Mutter Mabinty nun ein langfristiges und liebevolles Zuhause gefunden. "Es ist eine große Herausforderung für mich und ich werde den Kindern die bestmögliche Betreuung schenken", so die SOS-Mutter.

SOS in Sierra Leone: Zuhause für weitere Ebola-Waisen


Unsichere, ängstliche Blicke: Die vier Ebola-Waisen im SOS-Kinderdorf Makeni sind durch ihr Schicksal traumatisiert. SOS-Mutter Mabinty gibt ihr Bestes, um ihnen Geborgenheit zu schenken.

Die Geschwister Lamia (acht Monate) und Kadia (6) haben ein ähnlich tragisches Schicksal wie Charles - auch sie haben nach dem Ebola-Tod ihrer Eltern mehrere Stationen hinter sich und konnten nicht langfristig in den befreundeten Familien ihrer toten Eltern bleiben, die ihnen zunächst Schutz boten. "Bei den vier Ebola-Waisen in Makeni wird es nicht bleiben. Und auch die SOS-Kinderdörfer in Bo und Freetown werden demnächst Kinder aufnehmen, die Vater und Mutter wegen der Ebola-Epidemie verloren haben", erklärt SOS-Direktor Woode. Insgesamt gibt es nach aktuellen BBC-Berichten etwa 8000 Kinder in Sierra Leone, die wegen Ebola keine Familie mehr haben.

Hilfe für Ebola-Waisen

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