Solar-Energie für SOS-Kinderdorf in Ungarn

11.09.2013 - Das SOS-Kinderdorf Köszeg in Ungarn heizt jetzt mit Sonnenenergie. Die neue Solaranlage senkt die Heizkosten um bis zu 80 Prozent - und das Umweltbewusstsein der Kinder steigt um 100 Prozent!

Solarstrom vom Dach: Installation der Photovoltaikanlage im SOS-Kinderdorf Köszeg

2012 wurden im SOS-Kinderdorf dringend erforderliche Renovierungsarbeiten in Angriff genommen, die von der Velux Foundation unterstützt wurden. Dabei wurden auf den Familienhäusern Solarzellen installiert. Durch die Solarnlage können bei der Warmwasserbereitung jährlich 50 bis 80 Prozent gespart werden, bei den gesamten Heizkosten sind es 10 bis 30 Prozent. Wenn die Sonne nicht scheint, wechselt das moderne Heizsystem zur herkömmlichen Gasversorgung.

Installation der Solarnlage war Umwelt-Schulstunde für die Kinder

Die Montage war für die Kinder im Dorf eine echte Umwelt-Schulstunde. Die Kinder verfolgten wissbegierig jeden Schritt und wann immer möglich, löcherten sie die Handwerker und Techniker mit Fragen. So lernten sie, wie eine Solaranlage funktioniert und Sonnenstrahlen in Energie umgewandelt werden. "Sie sind stolz darauf und erzählen in der Schule, wie umweltfreundlich unser Dorf ist", erklärt Norbert Szélesy, pädagogischer Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer.


Fit für die Zukunft: Mit der Solaranlage können die Heizkosten drastisch reduziert werden.

Das gestiegene Umweltbewusstsein der Kinder lässt sich sogar am Rückgang des Wasserverbrauches ablesen. "Die Kinder lernten zum einen, wo die Energie herkommt, und zum anderen, dass Wasser, kalt oder warm, eine wertvolle Ressource ist. Die SOS-Mütter müssen die Kinder nun nicht mehr daran erinnern, endlich aus der Dusche zu kommen“, sagt Norbert Szélesy.
"Aus pädagogischer Sicht, würde ich sagen, wir haben ins Schwarze getroffen. Denn was man als Kind lernt, verinnerlicht man für das ganze Leben."

Umwelt-Projekte der SOS-Kinderdörfer

Die SOS-Kinderdörfer setzen in ihren Einrichtungen verstärkt auf erneuerbare Energien. Drei Beispiele:

  • Im SOS-Kinderdorf Mombasa wurde, gemeinsam mit Unternehmenspartnern, die drittgrößte Photovoltaik-Anlage Ostafrikas errichtet, die nicht nur das gesamt SOS-Gelände versorgt, sondern auch Strom ins örtliche Netz einspeist.
  • In den vier SOS-Kinderdörfern auf Sri Lanka wurden alle Glühbirnen gegen Energiesparlampen ausgetauscht.
  • Die stark verbesserte Wärmeisolation der Familienhäuser hat den Energiebedarf im russischen SOS-Kinderdorf Kandalakscha deutlich reduziert. Eine Investition, die sich lohnt: Denn das Kinderdorf ist es der nördlichsten Kinderdörfer weltweit und liegt somit in einer sehr kalten Klimazone.