Somalia: Hunger gelindert, medizinische Hilfe fehlt

20.07.2012 - Genau ein Jahr nach Ausrufung der Hungersnot in Ostafrika durch die UN hat sich die Lage in der Region gebessert. Der Hunger in Somalia, Nordkenia und Südäthiopien konnte weitgehend gelindert werden. Allerdings ist die medizinische Situation noch immer erschreckend.
Hunger in Ostafrika: Kind wird medizinisch versorgt
"Das größte Problem ist derzeit die medizinische Versorgung": Somalias Kinder brauchen weiter dringend Hilfe!
Die UN hatten am 20. Juli 2011 wegen der dramatischen Situation das Horn von Afrika offiziell zum Hungersnotgebiet erklärt. Infolge langanhaltender Dürre und des Bürgerkriegs in Somalia litten rund 13 Millionen Menschen Hunger, allein 500.000 Kinder waren in lebensbedrohlichem Zustand. Wie viele Menschen dabei starben ist unklar. Schätzungen gehen in die Hunderttausende.

 

„Die Regenfälle in dieser Saison waren sehr ergiebig“, sagte Ahmed Ibrahim, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Somalia. „Insofern konnten viele Menschen in ihre Heimat zurückkehren und mit dem Ackerbau beginnen.“ Allerdings lebten in der Region noch immer viele Flüchtlinge in Lagern, da sie wegen des anhaltenden Bürgerkriegs eine Rückkehr in ihre Heimat scheuen. Die SOS-Kinderdörfer sind eine der wenigen westlichen Hilfswerke, die in Somalia weitgehend ungehindert arbeiten können.

Somalia hat die höchste Kindersterblichkeitsrate der Welt

 

Kinder und Familien drängen sich im Flüchtlingslager Badbado, Somalia
Im Flüchtlingslager Badbado: Dort leisten die SOS-Kinderdörfer nach wie vor Nothilfe für Kinder.
„Das größte Problem ist derzeit die medizinische Versorgung“, erklärte Ibrahim weiter. In Afrika sterben jedes Jahr über vier Millionen Kinder. Somalia hat die höchste Kindersterblichkeitsrate der Welt - fast 20 Prozent der Babys sterben bei der Geburt. „Viele Kinder könnten gerettet werden, denn die häufigsten Todesursachen - Mangelernährung, Malaria, Lungen- und Darmerkrankungen - sind behandelbar“, sagte Ibrahim. „Wir brauchen hier in Somalia und auch anderen afrikanischen Staaten jetzt dringend medizinische Hilfe.“

 

Ein weiteres Problem in Somalia sei der anhaltende Bürgerkrieg. „Viele Hungerflüchtlinge fürchten sich vor den Auseinandersetzungen zwischen Truppen der Übergangsregierung und den Shabaab-Milzen“, erklärte Ibrahim. So sei zu befürchten, dass erneut eine Hungersnot in Somalia ausbricht, da viele Felder nicht bewirtschaftet werden.

Hilfe zur Selbsthilfe für Hungerflüchtlinge

Die rückkehrwilligen Hungerflüchtlinge werden von den SOS-Kinderdörfern mit Saatgut, einfachen landwirtschaftlichen Geräten und Ziegen ausgestattet, um einen Neuanfang zu unterstützen. „Wir wollen nicht, dass die Menschen in den Flüchtlingslagern bleiben. Sie sollten, sofern möglich, in ihre Heimatgebiete zurückkehren und sich eine Zukunft aufbauen“, betonte der SOS-Leiter.

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