SOS-Kinderdörfer trauern um Henning Mankell

Der schwedische Autor finanzierte SOS-Projekt in Mosambik

05.10.2015 - In tiefer Anteilnahme nehmen die SOS-Kinderdörfer Abschied von Henning Mankell. Der schwedische Bestsellerautor starb am 05.10.2015 im Alter von 67 Jahren an Krebs. Henning Mankell ermöglichte im Jahr 2007 mit einer großzügigen Spende von 1,6 Millionen Euro den Bau eines kompletten SOS-Kinderdorfs in Mosambik.

Henning Mankell beim Spatenstich für das SOS-Kinderdorf Chimoio, Mosambik - Foto: Bjorn Lindgren

Politisches Engagement spielte eine wichtige Rolle im Leben des Autors, der einen großen Teil seines Lebens in Afrika verbrachte. In der Hauptstadt Mosambiks, Maputo, lebte er mehr als 25 Jahre. Dort begegneten ihm täglich Armut, Hunger und Not. Im Jahr 2007 beschlossen er und seine Frau Eva Bergmann daher, die SOS-Kinderdörfer mit einer Spende von 1,6 Millionen Euro zu unterstützen. „Waisenkindern zu helfen ist kein Opfer, das ich bringe, sondern es ist ein Privileg für mich“, sagte Henning Mankell damals.

Dank der Spende konnte in Tranca Paso, einer Gemeinde in Mosambik, ein komplettes SOS-Kinderdorf für 150 Kinder gebaut werden. Als er im Oktober 2007 ein anderes SOS-Kinderdorf in Mosambik besuchte, noch vor Bau „seines“ Kinderdorfes, sagte er: „Habsucht ist ein großes Problem. Man soll doch das Geld für die Menschen einsetzen, die schwach sind. Ich finde es beschämend, dass es überhaupt notwendig ist, anderen Menschen zu helfen. Aber wenn ich die Welt betrachte, wie sie heute ist, empfinde ich es als Gnade, helfen zu können.“

Als Mensch, dessen literarisches und persönliches Wirken immer im Zeichen der Solidarität stand, wird Henning Mankell uns in liebevoller Erinnerung bleiben. Mit dem Bau des SOS-Kinderdorfes ermöglichte er Kindern in Not eine hoffnungsvollere Zukunft – auch weit über seinen Tod hinaus.