SOS-Kinderdörfer unterstützen Waisenhäuser in Liberia

05.03.2004 - Die SOS-Kinderdörfer in Liberia weiten ihr Nothilfeprogramm aus: Auf Ersuchen des liberianischen Sozialministeriums unterstützen die SOS-Kinderdörfer ab sofort in der Hauptstadt Monrovia eine Reihe von Waisenhäuser, in denen katastrophale Bedingungen herrschen.

Die Flüchtlingslager des Landes werden nach aktuellen Informationen von diversen UN-Organisationen ausreichend versorgt. Deshalb richtet sich das Augenmerk speziell auf die Waisenhäuser des Landes, die in einem katastrophalen Zustand sind. Das Sozial- und Gesundheitsministerium hat die SOS-Kinderdörfer um Hilfe gebeten. Anfang der Woche haben die Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf in Liberia mit der Verteilung von Lebensmitteln und Decken in zehn Waisenhäusern begonnen. Das Hilfsprogramm soll ständig erweitert werden.

Das SOS-Team war nach dem Besuch in den Waisenhäuser erschüttert. Während des Jahre langen Bürgerkriegs sind Waisenhäuser in großer Zahl entstanden. Die Behörden waren nicht in der Lage, sich um diese Einrichtungen zu kümmern. Kinder, kaum fünf Jahre alt, müssen Lehmziegel herstellen oder werden als Verkäufer auf den Markt geschickt um für die Waisenhäuser ein bisschen Geld aufzutreiben.

Die offiziellen Stellen sprechen von 7.000 Kindern in 128 Waisenhäusern. Dazu kommen noch 35.000 offiziell bekannte Aidswaisen. Die Dunkelziffer dürfte aber gut doppelt so hoch liegen. Es ist schwer, in den ländlichen Gebieten einen Überblick über die tatsächliche Zahl an Waisenkindern zu bekommen.

Bereits während des Bürgerkriegs im vergangenen Jahr hatten die SOS-Kinderdörfer ein Nothilfeprogramm gestartet. Familien erhielten Nahrungsmittel und medizinische Grundversorgung in einer Notklinik in Monrovia. Inzwischen ist das vom Krieg erschütterte Land kaum noch ein Thema für die Medien - aber die Not vieler Menschen hält an. Deshalb werden die SOS-Kinderdörfer die Notklinik renovieren, ausbauen und um ein Sozialzentrum erweitern. In diesem Sozialzentrum werden Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten betreut und wieder in die Gesellschaft integriert.