Armenien: SOS-Kinderdorf in Idjevan eröffnet

09.07.2010 - In Armenien ist das zweite SOS-Kinderdorf des Landes feierlich eröffnet worden. Es befindet sich in Idjevan, der Hauptstadt der nördlichen Provinz Tavush, und umfasst 14 Familienhäuser. Bis zu 90 elternlose und verlassene Kinder finden in dem neuen Kinderdorf ein liebevolles Zuhause.

Eröffnungsfeier im SOS-Kinderdorf Idjevan in Armenien
"Jeder Stein steht für ein Kinderrecht": Die SOS-Kinder führen bei der Eröffnung des Kinderdorfs eine Performance auf
Das SOS-Kinderdorf Idjevan unterstützt zudem bedürftige Familien in seinen Nachbarschaften. Die SOS-Familienhilfe nahm in Idjevan bereits 2008 ihre Arbeit auf und gibt derzeit 300 Kindern und deren Eltern eine Perspektive: durch Bildungsangebote, medizinische und psychologische Betreuung sowie Erziehungs- und Berufsberatung. Ein weiteres Programm bietet Lehrern und Erziehern von öffentlichen Schulen und Kindergärten Fortbildungsmaßnahmen und unterstützt Kinder mit einem bedarfsorientierten, individuellen Förderangebot.

Unter den zahlreichen Ehrengästen der Eröffnungsfeier waren der armenische Sozialminister Artur Grigoryan, der deutsche Botschafter Hans-Johann Schmidt sowie SOS-Präsident Helmut Kutin, der zum Ehrenbürger von Idjevan ernannt wurde.

"Wir Kinder haben ein Recht auf ein  Zuhause und Bildung"

Helmut Kutin eröffnet feierlich das Kinderdorf
SOS-Präsident Helmut Kutin eröffnet feierlich das Kinderdorf Idjevan
Nach der Eröffnungszeremonie und den Festreden führten die SOS-Kinder eine Performance zum Thema Kinderrechte auf, bei der sie ein symbolisches Haus errichteten. "Jeder Stein steht für ein Kinderrecht", erläuterte die 13-jährige Nora den Zuschauern. "Dieser Stein zum Beispiel steht für das Recht auf ein Zuhause und dieser für das Recht auf Bildung. Das Dach bedeutet, dass uns aus diesen Rechten auch eine Verantwortung erwächst: zum Beispiel fleißig zu lernen und unsere Hausaufgaben zu machen."

SOS-Kinderdörfer in Armenien feiern 20-jähriges Jubiläum

Neben der Dorferöffnung stand Anfang Juli ein weiteres freudiges Ereignis an: Die SOS-Kinderdörfer in Armenien begingen ihr Jubiläum zum 20-jährigen Bestehen. Die Feier fand im SOS-Kinderdorf Kotajk statt, wo 1990 die ersten SOS-Familien eingezogen waren. Das Engagement der SOS-Kinderdörfer in Armenien begann nach dem verheerenden Erdbeben, das Armenien am 7. Dezember 1988 heimsuchte und unzähligen Kindern die Eltern nahm.

Neben den beiden SOS-Kinderdörfern gibt es in Armenien derzeit eine SOS-Jugendeinrichtung, drei SOS-Sozialzentren bzw. Programme der SOS-Familienhilfe sowie 4 Bildungsprogramme, die sich die qualitative Verbesserung des Angebots von öffentlichen Schulen und Kindergärten zum Ziel gesetzt haben.