SOS-Kinderdorf International im Kampf gegen Kindesmissbrauch

17.05.2004 - Gewalt innerhalb der Familie ist der Schatten im Leben vieler Kinder in Westeuropa", so der Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International (KDI) Richard Pichler anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Internationalen UN-Jahres der Familie. Es sollte das Ziel all derer sein, die Interessen von Kindern vertreten, dass das Recht aller Kinder auf ein Leben ohne Missbrauch und Vernachlässigung garantiert ist.

Auch wenn die Zahl der an den Folgen von Misshandlungen gestorbenen Kinder in den letzten Jahren gesunken ist, bleibt sie immer noch erschreckend hoch. Laut dem "UNICEF-Innocenti Report: Child Maltreatment Deaths in Rich Nations" vom August 2003 sterben in Frankreich durchschnittlich drei Kinder pro Woche an den Folgen physischer Gewalt und Vernachlässigung. In Deutschland und Großbritannien kommt es im Durchschnitt wöchentlich zu zwei Todesfällen nach Misshandlungen. Gesetze, die die physische Bestrafung von Kindern explizit verbieten, existieren nur in Österreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Island, Norwegen und Schweden.

SOS-Kinderdorf International bietet seit mehr als 50 Jahren misshandelten Kindern in Westeuropa Betreuung und Therapie. Kinder, deren Eltern nicht mehr für sie sorgen können, werden in einem familienähnlichen Umfeld über lange Zeiträume begleitet. Zusätzlich betreibt SOS-Kinderdorf zahlreiche Familienberatungsprogramme, um rechtzeitig - noch vor der Eskalation - helfen zu können. Parallel dazu gibt es Einrichtungen zur kurzfristigen Unterbringung von Kindern, deren Familien sich in einer akuten Krisensituation befinden.

Auslösende Faktoren für Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch im häuslichen Umfeld sind meist finanzieller Druck und psychische Überlastung innerhalb der Familien. Betroffene Kinder leiden häufig an mangelndem Selbstwertgefühl sowie an Kontakt- und Kommunikationsschwächen. Ebenso weisen sie eine erhöhte Neigung zu extremer Passivität sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch auf.