SOS-Kinderdorf nach blutigen Kämpfen im Südsudan evakuiert

SOS-Kinder und Mitarbeiter suchen Zuflucht bei UN

12.07.2016 - Wegen erneuter Kämpfe im Südsudan ist das SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt Juba evakuiert worden. "Die Kämpfe während des blutigen Bürgerkrieges sind erneut eskaliert und haben die Kinder in Lebensgefahr gebracht. Durch die Angriffe und Ausschreitungen waren die Kinder, SOS-Mütter und weitere Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf in Juba nicht mehr sicher", erklärte der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ost- und Südafrika, Dereje Wordofa. In dem Kinderdorf waren rund 130 Kinder und Jugendliche untergebracht. Es ist bereits die zweite Evakuierung der Kinder in dem von blutigem Bürgerkrieg gezeichneten Land.

Bereits 2014 mussten die SOS-Familien vor dem Bürgerkrieg fliehen. Damals wurden sie von Malkal nach Juba gebracht - Foto: Kalayu Fiseha

Zunächst hatten noch Nachbarn Zuflucht vor dem Beschuss im SOS-Kinderdorf gesucht. "Als dann Luftangriffe begannen, mussten wir das Dorf evakuieren und brachten die verängstigten Kinder, SOS-Mütter sowie die Nachbarn in einer nahegelegenen Kirche in Sicherheit", berichtete Wordofa von der dramatischen Lage in dem afrikanischen Staat, dessen Einwohner seit der Unabhängigkeit vor fünf Jahren mit Herausforderungen wie Armut, Hunger, Dürre und dem Bürgerkrieg zu kämpfen haben.

Nach Abflauen der Kämpfe seien Kinder, Mitarbeiter und Nachbarn zu einer UN-Flüchtlingsunterkunft gebracht worden. "Gemeinsam mit der lokalen Gemeinde sorgt SOS nun dafür, das Wohlergehen und die Sicherheit der 87 Kinder und 44 Jugendlichen zu gewährleisten", sagte Wordofa. "Kinder brauchen ein sicheres Umfeld und eine kindgerechte Betreuung. Deshalb appelliert SOS an alle im Konflikt involvierten Parteien, den Schutz von Kindern zu garantieren und die dringend benötigte humanitäre Hilfe zuzulassen."

Zweite Evakuierung nach Flucht aus Malakal

Schon im März 2014 waren die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in Malakal evakuiert worden, als Rebellen die Stadt und auch das Kinderdorf angegriffen hatten. Die Kinder waren daraufhin in die weitgehend sichere Hauptstadt Juba gebracht worden, wo ein Behelfs-Kinderdorf gebaut wurde. Nun musste auch diese Unterkunft verlassen werden.