Erstes SOS-Kinderdorf in Somaliland eröffnet

Staatspräsident Silanyo und Helmut Kutin weihen SOS-Kinderdorf in Hargeisa ein

12.07.2011 - Die Eröffnungsfeierlichkeiten waren prominent besetzt: Der Präsident von Somaliland, Ahmed Mohamed Silanyo, die First Lady Amina Sheikh Mohamed und der Bürgermeister von Hargeisa, Hissein Mohamud Jicir freuten sich zusammen mit den Kindern über das neue Kinderdorf. Kinder und SOS-Mütter feierten mit Liedern, Tänzen und Gedichten. Am selben Tag erfolgte auch die Grundsteinlegung für eine neue SOS-Grundschule in Hargeisa.

Helmut Kutin und Staatspräsident Silanyo bei der Eröffnungsfeier
Helmut Kutin und Staatspräsident Silanyo - Foto: Marieantonietta Peru
Präsident Kutin dankte der Regierung, den SOS-Müttern und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre Unterstützung: "Arbeitet weiter in diesem Geist", sagte Kutin. "Und mögen Frieden, Wohlstand und Hoffnung in Somaliland Realität werden." Der Präsident von Somaliland dankte seinerseits den SOS-Kinderdörfern : "Dieses Engagement ist großartig. Ich freue mich darauf, mit Ihnen zum Wohle unserer Kinder und unseres Landes zusammenzuarbeiten." Präsident Silanyo zeigte sich auch begeistert von der neu renovierten SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Sheikh, 90 km südlich von Berbera: "Das ist eine berühmte Schule", sagte Ahmed Mohamed Silanyo. "Während der Kolonialzeit war ich dort selbst Schüler, und ich kann wirklich sagen, dass dies eine der besten Schulen des Landes ist." Präsident Silanyo äußerte seine Hoffnung, dass es in Zukunft noch weitere SOS-Kinderdorf-Programme in Somaliland geben wird.

Tanzende SOS-Mütter bei der Eröffnungsfeier - Foto: Marieantonette Peru
Tanzende SOS-Mütter bei der Eröffnungsfeier - Foto: Mariantonietta Peru
Familienhilfe und medizinisches Zentrum

Im SOS-Kinderdorf in Hargeisa können bis zu 120 Kinder in einer SOS-Familie aufwachsen. Das SOS-Sozial- und Medizinzentrum unterstützt drei spezielle Zielgruppen in Hargeisa. Die eine sind Kriegsflüchtlinge aus Somalia, die zweite Gruppe sind HIV-positive Menschen. Während die öffentlichen Krankenhäuser die Patienten mit kostenlosen anti-retroviralen Medikamenten versorgen, werden im SOS-Medizinzentrum opportunistische Infektionen behandelt. Die dritte Gruppe sind Frauen, die im Bürgerkrieg in den 1980er Jahren zu Witwen geworden sind. Diese Frauen sind in einer Selbsthilfegruppe organisiert, die verschiedene Ausbildungskurse in Anspruch nehmen kann und deren Kinder kostenlos im SOS-medizinischen Zentrum versorgt werden. Das Zentrum in Hargeisa ist die modernste Klinik in der Stadt, in der vor allem vor- und nachgeburtliche Betreuung von Mutter und Kind angeboten wird. In Kooperation mit UNICEF gibt es zudem ein Monitoring-Programm für Kinder unter fünf Jahren sowie kostenlose Impfaktionen.

SOS-Schule mit landesweitem Renommee

Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Sheikh wurde ursprünglich von der britischen Kolonialmacht 1950 errichtet und betrieben. Nach jahrzehntelangem Verfall wurde die renommierte Schule von den SOS-Kinderdörfern von Grund auf renoviert und 2003 wieder eröffnet. Die meisten Schüler kommen aus ärmlichen Verhältnissen. Viele von ihnen erhalten Stipendien, damit sie eine höhere Schulbildung absolvieren können. Die treibende Kraft hinter der Wiedereröffnung der Schule in Sheikh waren Dick und Enid Eyeington, der erste Schuldirektor und seine Frau, die im Oktober 2003 in Sheikh ermordet wurden. Dick und Enid sind unauslöschlich mit der Geschichte der SOS-Kinderdörfer in Somaliland verbunden.