SOS-Kinderdorf im Sudan im Kreuzfeuer von Rebellen und SPLA-Truppen

Kinderdorf Malakal im Süden des Sudan musste evakuiert werden

14.03.2011 - Die Mütter und Kinder des SOS-Kinderdorfs Malakal im Süden des Sudan sind unter Beschuss geraten. Rebellen haben sich ins dortige SOS-Kinderdorf Zutritt verschafft und sich in einem der Häuser verbarrikadiert. Anschließend lieferten sie sich mitten im Dorf ein Feuergefecht mit nachrückenden Truppen und der Polizei des Süd-Sudan.

 


"Wir haben die Kinder sofort  in Sicherheit gebracht": Bereits Anfang Februar hatten in der Umgebung des SOS-Kinderdorfs Malakal Kämpfe getobt, damals bot das Dorf Nachbarsfamilien Schutz.
Die 103 Kinder, Mütter und Mitarbeiter des Dorfes konnten trotz der dramatischen Vorkommnisse unbeschadet in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden vorerst in einem Hotel untergebracht in der Nähe des derzeit wegen der Kämpfe geschlossenen Flughafens. Notfalls werden Kinder und Mütter nach Juba ganz im Süden des Landes gebracht, wo bisher keine Kampfhandlungen stattfanden.

 

"Es war grauenhaft", erklärte der Direktor der SOS-Kinderdörfer Sudan, Ali Mahdi. "Erst erzwangen sich die Rebellen mit Waffengewalt Eintritt in unser Dorf. Glücklicherweise haben wir die Kinder sofort  in Sicherheit gebracht. Anschließend kamen die SPLA-Truppen und die Hölle brach los. Wir mussten alles zurücklassen." Mahdi versucht nun, Unterstützung von der UN und Verantwortlichen des Süd-Sudan zu bekommen.

Die Kämpfe auf dem Gelände des Kinderdorfes hielten auch am Montag an. Inzwischen drohen die Soldaten  des Süd-Sudan mit der Zerstörung des Hauses, in dem sich die Rebellen verschanzt haben.

Bürgerkrieg im Süd-Sudan

Unbeachtet von der Welt findet im Süd-Sudan ein Bürgerkrieg statt, dem trotz erfolgreicher Abstimmung des Süd-Sudan über seine Unabhängigkeit viele Menschen zum Opfer fallen. Immer wieder flammen Kämpfe zwischen regierungstreuen Rebellen und den SPLA-Truppen des Süd-Sudan auf. Erst Anfang Februar hatte das SOS-Kinderdorf aus der Nachbarschaft rund 150 Familien aufgenommen, die vor den Kämpfen geflohen waren. Dabei war auch das SOS-Kinderdorf kurzzeitig unter Beschuss geraten, glücklicherweise ohne Schaden anzurichten.

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