SOS-Kinderdörfer leisten Soforthilfe in Haiti

Tropensturm "Jeanne" bricht über Karibikstaat herein

27.09.2004 - Nachdem der Tropensturm "Jeanne" in Haiti gewütet hat, beteiligen sich die SOS-Kinderdörfer an einem Nothilfeprogramm in der am stärksten betroffenen Region Gonaives.

Nach Meinung des Nationalen Direktors der SOS-Kinderdörfer in der Region, José Pereyra, ist es entscheidend, die Hilfsmaßnahmen international zu organisieren und zu koordinieren, um ein Chaos zu verhindern. Deshalb kooperieren die SOS-Kinderdörfer mit dem Welternährungsprogramm (WFP), das derzeit Nahrungsmittel in die Region bringt. Da es José Pereyra zufolge momentan vor allem an Küchenausstattung (Herde, Töpfe, Gasflaschen, etc.) fehlt, um die vom WFP gelieferten Nahrungsmittel vorzubereiten, helfen die SOS-Kinderdörfer dabei, die Utensilien vor Ort zu bringen.

Nachdem viele Kinder bei der Katastrophe ihre Eltern verloren haben, bereiten sich die SOS-Kinderdörfer zudem darauf vor, einem Teil von ihnen Zuflucht zu geben. "Wir sind uns sicher, dass unsere Familien dazu bereit sein werden, die höchst mögliche Anzahl aufzunehmen, obwohl unsere Kinderdörfer bereits voll sind", so José Pereyra.

In der nördlich gelegenen Region Gonaives sind etwa 80 Prozent der rund 225.000 Einwohner von den Folgen des Tropensturms "Jeanne" direkt betroffen. José Pereyra sieht die Notwendigkeit, solchen Katastrophen vorzubeugen: "Es ist wichtig, Projekte zu schaffen, die sich im Vorfeld um den Bau von Dämmen und die Regulierung von Flüssen kümmern. Diese würden auch andere wichtige Maßnahmen nach sich ziehen."

Zur Bewältigung der Krise ist Haiti auf Hilfe von außen angewiesen. "Das Land wird diese schwere Lage nur überwinden können, wenn die internationale Gemeinschaft sich solidarisch erweist. Damit meine ich nicht nur die Regierungen, sondern auch die spontanen Aktionen von Menschen aus der Bevölkerung", meint José Pereyra.

Auch Georg Willeit, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit, liegt die Unterstützung der Menschen in Haiti sehr am Herzen: "Es ist ein Wunder, dass keine der SOS-Einrichtungen in der Region direkt von dem Tropensturm betroffen ist, und alle Kinder unverletzt sind. Jetzt ist es unsere Pflicht, denen zu helfen, die von der Katastrophe nicht verschont blieben."