Südsudan: SOS-Mitarbeiter wieder frei

Die Menschen leben in ständiger Angst; weiteres SOS-Kind vermisst

07.03.2014 - In den anhaltenden Kriegswirren im Norden des Südsudan wird ein weiteres SOS-Kind vermisst. Nach einem Überfall der Rebellenarmee hatten Kinder, Mütter und Mitarbeiter das SOS-Kinderdorf in der Stadt Malakal fluchtartig verlassen müssen.
SOS-Kinder in Malakal, Südsudan
Ängstliche Blicke: zwei SOS-Kinder in Malakal, Südsudan - Foto: Conor Ashleigh

Bei dem Überfall war ein SOS-Jugendleiter von den Rebellen verschleppt worden. Im Laufe der Flucht sind – wie erst jetzt bekannt wurde – zwei SOS-Kinder von der flüchtenden Grupper getrennt worden. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Die beiden Jungen sind fünf und zwölf Jahre alt.

Die SOS-Mitarbeiter vor Ort setzen alle Hebel in Bewegung, um die Kinder wiederzufinden. Die Suche wird jedoch durch die  kritische Sicherheitslage stark erschwert. Nach wie vor ist es in Malakal äußerst gefährlich, sich außerhalb es UN-Camps zu bewegen.

Ein SOS-Mitarbeiter wird von Malakal über Kodok nach Wau-Shiluk fahren, um auf der anderen Flußseite nach den vermissten Kindern zu suchen. Allerdings ist er gezwungen, einen Umweg über Kodok zu machen, da der direkte Weg von Malakal zu riskant ist.

Unterdessen konnten zwei weitere SOS-Kinder, die sich zunächst in die Nachbarstadt Wau-Shiluk geflüchtet hatten, von einem SOS-Fahrer ausfindig gemacht und aufgenommen werden. Sobald die Sicherheitslage es zulässt, wird er sie zu den anderen SOS-Kindern in das UN-Camp nach Malakal bringen.

Der verschleppte SOS-Jugendleiter wurde von den Rebellen mittlerweile freigelassen und hat seine Arbeit bereits wieder aufgenommen.

Angst vor erneuten Kämpfen in Malakal

Nachdem vor zwei Wochen in der Provinz-Hauptstadt Malakal erneut heftige Kämpfe aufgeflammt waren, sind die Gefechte wieder abgeflaut. "Aber die Menschen haben Angst, dass neue Kämpfe ausbrechen. Es gibt Gerüchte, dass die Opposition ihre Truppen in Malakal verstärkt und die Regierungssoldaten auf die Provinzhauptstadt zumarschieren", sagte SOS-Sozialarbeiter Aban Oraj in Malakal. 

Sicherheit im UN-Flüchtlingscamp

Bis auf die zwei Kinder sind die SOS-Kinder, -Mütter und -Angestellten weitgehend sicher untergekommen. Den Informationen aus Malakal zufolge hat eine Gruppe im UN-Flüchtlingscamp in Malakal Sicherheit gefunden. Eine zweite Gruppe konnte sich auf die andere Seite des Nils in eine Stadt retten, die von Regierungstruppen kontrolliert wird.

Auf der Suche nach den zwei vermissten Kindern arbeiten die SOS-Kinderdörfer mit der UN-Mission im Südsudan UNMISS, sowie mit UNICEF und der Provinzregierung zusammen.

Vertreter der SOS-Kinderdorfs trafen sich unterdessen mit dem stellvertretenden Präsidenten des oberen Nil-Staates, um über die Idee einer Umsiedelung der Kinder an einen sicheren Ort zu sprechen. Der Regierungsvertreter sagte seine Unterstützung zu.