Süd-Sudan: SOS-Kinder kehren nach Evakuierung in ihr Zuhause zurück

08.04.2011 - Die SOS-Kinder von Malakal sind in ihr Zuhause zurückgekehrt: Das SOS-Kinderdorf im Süd-Sudan war Mitte März evakuiert worden, als Kämpfe auf das Dorf übergriffen. Inzwischen hat sich die Lage in Malakal wieder beruhigt, die Sicherheitsmaßnahmen für das Kinderdorf wurden verstärkt.

Nach der Rückkehr: Kinder im SOS-Kinderdorf Malakal im Süd-Sudan
Rückkehr nach der Evakuierung: Kinder im SOS-Kinderdorf Malakal
Mitte März waren Rebellen in das SOS-Kinderdorf gewaltsam eingedrungen. Die SOS-Familien konnten gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, bevor sich Rebellen und süd-sudanesische Truppen mitten im Dorf ein Feuergefecht lieferten. Nach der Vertreibung der Rebellen aus Malakal, sicherten UN-Soldaten das Kinderdorf.

Nun konnten die 103 SOS-Kinder und ihre Kinderdorf-Mütter wieder in ihr Zuhause ziehen, nachdem sie vorübergehend in einem Hotel gewohnt hatten. Das Kinderdorf wird rund um die Uhr bewacht: tagsüber von zwei Polizisten und nachts von einem Sicherheitsmann.

Den Kinder und SOS-Müttern geht es nach den traumatischen Erlebnissen der letzten Wochen den Umständen entsprechend gut. Nach der Evakuierung wurden die Kinder von SOS-Psychologen betreut. Die Rückkehr der SOS-Kinder fällt nun mit dem Beginn des neuen Schuljahrs zusammen: Am 15. April beginnt nach den Ferien wieder der Unterricht.

Zwei SOS-Familienhäuser sind schwer beschädigt

Durch die Kämpfe wurden zwei SOS-Familienhäuser schwer beschädigt. Die beiden Familien wurden daher in einem Verwaltungsgebäude und dem Gemeinschaftshaus einquartiert. Die Instandsetzung der Häuser wird einige Zeit dauern, da alle Baumaterialen aus Khartum herangeschafft werden müssen, und die einsetzende Regenzeit die Lieferung erschwert.

Der Süd-Sudan vor der Unabhängigkeit: Lage bleibt angespannt

In Malakal hat sich die Lage nach den Unruhen der vergangenen Wochen beruhigt. So hat der Markt wieder geöffnet. Allerdings haben Händler aus dem Norden ihre Geschäfte geschlossen und die Stadt verlassen. In ganz Süd-Sudan wird das Angebot an Getreide knapp.

Obwohl das Referendum zur Unabhängigkeit des Süd-Sudan Anfang des Jahres weitgehend friedlich verlaufen war, flammen immer wieder Gefechte auf. Die Sicherheitslage bleibt nach wie vor angespannt, vor allem im Westen in der Region am Oberen Nil, deren Zentrum Malakal ist. Etwa 80.000 Menschen sind nach Angaben der UN zwischen Januar und März aus der Region geflohen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Gewalt mit Beginn der nun einsetzenden Regenzeit abnehmen wird. Denn dann ist die Mobilität stark eingeschränkt in einem Land von der Größe Frankreichs, in dem es weniger als 50 Kilometer geteerte Straßen gibt. In etwa 100 Tagen soll der Süd-Sudan ein unabhängiger Staat sein.